Dachbestand und Untergrund
Steildach in der Altstadt, Flachdach in Ratingen West und Hallendach im Gewerbepark
Die historische Altstadt ist das erste Thema. Über den Bürger- und Fachwerkhäusern im Kern liegen geneigte Sattel- und Krüppelwalmdächer, vielfach mit Ziegeln gedeckt, dazu Gauben, tiefe Kehlen und die Anschlüsse an Schornsteine und Nachbargiebel. Deckung und Material folgen im alten Kern einem Rahmen, der das historische Straßenbild wahrt. Bei einer Neueindeckung geht es um ein sauberes Unterdach, um eine passende Ziegel- oder Schieferdeckung und um eine Dämmung nach dem Gebäudeenergiegesetz. Ein Fachbetrieb arbeitet nach den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks des ZVDH und stimmt die Schritte auf den Bestand ab.
Das zweite, in Ratingen besonders ausgeprägte Thema ist das Flachdach. In Ratingen West, der Großwohnsiedlung der 1970er Jahre, tragen Wohnhochhäuser und lange Zeilen weite Flachdächer, deren Abdichtung über Dichtheit und Lebensdauer entscheidet. Maßgebend ist die Flachdachrichtlinie: Gefälle, Anschlusshöhen an aufgehenden Wänden und der Zustand der Bahnen an Naht und Attika bestimmen, ob ein Dach dicht bleibt. Wo eine Bahn spröde geworden ist oder Wasser auf der Fläche steht, klären eine Neuabdichtung mit Bitumen- oder Kunststoffbahnen, ein ordentliches Gefälle und ein zusätzlicher Notüberlauf die Lage; eine Aufdachdämmung oder eine Solar-Unterkonstruktion lässt sich mitdenken.
Der dritte Bereich sind die Hallendächer der Gewerbeparks. In Tiefenbroich und in den Gewerbelagen im Osten spannen große Flachdächer über Werks-, Logistik- und Gewerbebauten, deren schiere Fläche eigene Anforderungen stellt. Auf großen Flächen muss das Gefälle stimmen, damit kein Wasser stehen bleibt, und die Zahl der Abläufe und Notüberläufe muss zur Fläche passen, damit bei Starkregen nichts aufstaut. Die Anschlüsse an Attika, Lichtkuppeln und Dachdurchdringungen sind die typischen Schwachstellen. Ein Fachbetrieb bewertet Bahn, Naht und Gefälle und klärt, ob eine Instandsetzung genügt oder eine Neuabdichtung ansteht.