Kanalsanierung

Rohr kaputt, Garten heil

Ein undichtes oder gebrochenes Abwasserrohr muss heute selten noch ausgegraben werden. Die meisten Schäden lassen sich vom Schacht aus beheben. Welches Verfahren passt, sagt das Kamerabild, und den Preis nennt Ihnen der Betrieb erst danach.

  • Grabenlos, wo es geht
  • Preis nach dem Befund
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Saniertes Abwasserrohr mit durchgehend glatter Innenfläche nach dem Einbau eines Inliners

Erst der Befund, dann die Wahl

Welches Verfahren passt, entscheidet das Kamerabild, nicht der Verkauf. Ohne klaren Schaden wird nicht saniert.

Grabenlos, wo es geht

Die meisten Schäden lassen sich vom Schacht aus reparieren. Der Garten bleibt zu, wo das Verfahren es zulässt.

Preis nach dem Befund

Der Betrieb nennt Ihnen den Preis, wenn Art und Länge des Schadens feststehen. Vorher kann ihn niemand seriös nennen.

Dokumentierter Zustand

Vorher und nachher steht das Rohr auf Video. Sie sehen, was gemacht wurde.

Ausgangslage

Wenn die Kamera einen Schaden gefunden hat

Eine Kanalsanierung steht nie am Anfang. Am Anfang steht ein Befund: Die Kamerabefahrung hat einen Riss gezeigt, eine undichte Muffe, einen Wurzeleinwuchs oder ein Rohr, das sich verschoben hat. Erst dann stellt sich die Frage, wie der Schaden behoben wird. Ohne diesen Befund gibt es nichts zu sanieren, und ein Betrieb, der ungefragt zur Sanierung rät, ohne das Rohr gesehen zu haben, ist ein schlechtes Zeichen.

Das Gute vorweg: In den meisten Fällen muss niemand mehr den Garten aufreissen. Moderne Verfahren arbeiten vom vorhandenen Schacht oder einer Revisionsöffnung im Keller aus, bis hinunter zum Hauptkanal. Wie das aussieht und wann es doch nicht reicht, steht in den nächsten Abschnitten.

Sie haben noch keinen Befund? Dann ist der erste Schritt die Kanalinspektion mit Kamera. Sie zeigt, ob überhaupt ein Schaden vorliegt und welcher.

Verfahren

Drei Wege, je nach Schaden

Die Fachwelt teilt die Kanalsanierung in drei Gruppen ein: Reparatur, Renovierung und Erneuerung. Das steht so in der Europanorm EN 15885 und im Regelwerk DWA-M 143. Welche Gruppe greift, hängt allein vom Schadensbild ab.

Reparatur

Ein örtlich begrenzter Schaden wird gezielt behoben: eine undichte Muffe, ein Riss, ein schadhafter Zulauf. Ein Roboter fräst zuerst Wurzeln oder einragende Zuläufe ab, dann wird die Stelle abgedichtet. Der Rest der Leitung bleibt unberührt.

Renovierung

Ist ein ganzer Leitungsabschnitt betroffen, zieht der Betrieb ein neues Rohr in das alte ein. Das häufigste Verfahren ist das Schlauchlining: ein harzgetränkter Schlauch härtet im Altrohr zu einem festen Rohr im Rohr aus. Ohne Aufgraben, vom Schacht aus.

Erneuerung

Ist das Rohr eingestürzt, abgesackt oder liegt es im falschen Gefälle, hilft kein Einzug mehr. Dann wird die Leitung ersetzt, grabenlos im Berstlining oder in offener Bauweise. Das ist der aufwendigste und mit Abstand kostspieligste Weg.

Am häufigsten kommt die Renovierung per Schlauchlining zum Einsatz. Sie ist der Grund, warum eine Sanierung heute oft ohne Bagger auskommt.

Dasselbe Abwasserrohr mit glatter, geschlossener Innenwand nach dem Einbau eines Inliners
Beschädigtes Abwasserrohr mit Ablagerungen und Muffenversatz vor der Sanierung
Regler ziehen: dasselbe Rohr vor und nach dem Liner-Einbau.

Schlauchlining

Ein neues Rohr im alten Rohr

Beim Schlauchlining zieht der Betrieb einen mit Kunstharz getränkten Schlauch aus Nadelfilz oder Glasfasergewebe in das alte Rohr ein oder stülpt ihn ein. Dort wird er an die Wand gepresst und härtet aus, oft mit Warmwasser, Dampf oder UV-Licht. Zurück bleibt ein festes, faserverstärktes Rohr im Rohr, massgenau für die alte Leitung berechnet.

Damit lassen sich Risse, Brüche, Scherbenbildung und Muffenversatz zuverlässig überbrücken. Das Verfahren reicht von den grossen Hauptkanälen bis hinunter in den Hausanschluss und die Grundleitung, mit besonders biegsamen Linern auch um Bögen herum. Überdeckte Hausanschlüsse werden nach dem Aushärten per Roboter wieder aufgefräst und mit sogenannten Hutprofilen sauber angebunden.

Ablauf

So läuft eine grabenlose Sanierung

  1. Befund sichten

    Grundlage ist die Kamerabefahrung. Sie zeigt Art, Ort und Ausmass des Schadens und damit, welches Verfahren überhaupt in Frage kommt.

  2. Reinigen und fräsen

    Vor der Sanierung wird die Leitung gespült. Ein Kanalroboter fräst Wurzeln, Ablagerungen und einragende Zuläufe ab, damit die Wand frei liegt.

  3. Liner einziehen

    Der harzgetränkte Schlauch wird über den Schacht eingezogen oder eingestülpt und an die Rohrwand gepresst. Danach härtet er aus, je nach Größe zwischen zwei Stunden und mehreren Tagen.

  4. Zuläufe öffnen und abnehmen

    Überdeckte Hausanschlüsse werden per Roboter wieder aufgefräst und mit Hutprofilen angebunden. Eine Abschlussbefahrung dokumentiert das Ergebnis.

Sie haben einen Befund und wollen wissen, was möglich ist?

Schildern Sie kurz, was die Kamera gezeigt hat. Die Ersteinschätzung ist kostenfrei und unverbindlich.

Rechtslage

Aus dem Befund folgt eine Frist

Wenn eine Zustands- und Funktionsprüfung einen Schaden festgestellt hat, bleibt der Befund nicht folgenlos. Das Ergebnis der Prüfung ist in einer Bescheinigung zu dokumentieren, und aus dem Schadensbild ergibt sich, wie schnell gehandelt werden muss.

Festgestellte Schäden sind, je nach Schadensbild, kurzfristig bzw. innerhalb von zehn Jahren zu sanieren; bei Bagatellschäden reicht eine Instandsetzung bis zur nächsten Wiederholungsprüfung.

sinngemäß nach der Selbstüberwachungsverordnung Abwasser Nordrhein-Westfalen

Im Klartext: Ein schwerer Schaden, der die Dichtheit oder die Standsicherheit beeinträchtigt, muss zügig behoben werden. Ein kleiner Mangel hat Zeit, unter Umständen bis zur nächsten Prüfung. Was in Ihrem Fall gilt, entscheidet nicht der Kalender, sondern das, was die Kamera gezeigt hat. Der Sachkundige, der prüft, ordnet den Schaden entsprechend ein.

Kosten und Zuständigkeit

Was es kostet und wer dafür aufkommt

Einen Festpreis für die Kanalsanierung gibt es nicht. Der Aufwand liegt zwischen einer einzelnen abgedichteten Muffe und einer komplett ausgetauschten Grundleitung, das sind völlig verschiedene Größenordnungen. Deshalb nennt Ihnen der ausführende Betrieb den Preis erst, wenn Verfahren, Ort und Länge des Schadens aus dem Befund feststehen. Verlangen Sie ein schriftliches Angebot, bevor die Arbeit beginnt.

Bevor Sie beauftragen, hilft die Frage, wer überhaupt aufkommt:

Mieter und Eigentümer

Eine defekte Grundleitung zu sanieren ist Sache des Eigentümers, das folgt aus seiner Erhaltungspflicht nach Paragraf 535. Ein Mieter haftet nur, wenn er den Schaden schuldhaft verursacht hat, was bei einem Rohrschaden im Erdreich kaum vorkommt.

Versicherung

Die Sanierung eines verschlissenen Rohres zahlt meist keine Versicherung, sie gilt als Instandhaltung. Ein plötzlicher Bruchschaden kann über einen Baustein der Wohngebäudeversicherung gedeckt sein, für Rohre ausserhalb des Gebäudes oft nur mit besonderer Vereinbarung. Es hängt vom Tarif ab.

Häufige Fragen zur Kanalsanierung

Was kostet eine Kanalsanierung?

Das hängt vom Verfahren ab, und das steht erst nach dem Kamerabefund fest. Eine einzelne Muffe zu reparieren ist etwas ganz anderes, als eine ganze Grundleitung zu erneuern. Deshalb nennt Ihnen ein Betrieb erst dann einen belastbaren Preis, wenn Art, Ort und Länge des Schadens bekannt sind. Vor der Befahrung ist jede Zahl geraten. Verlangen Sie ein schriftliches Angebot, bevor gearbeitet wird.

Was bedeutet grabenlose Sanierung genau?

Grabenlos heisst, dass die Leitung vom vorhandenen Schacht oder einer Revisionsöffnung aus saniert wird, ohne den Boden aufzureissen. Beim Schlauchlining zieht der Betrieb einen harzgetränkten Schlauch in das alte Rohr ein, der dort zu einem neuen, festen Rohr aushärtet. Der Garten, die Einfahrt oder der Kellerboden bleiben in aller Regel unberührt.

Wann muss trotzdem aufgegraben werden?

Wenn das Rohr abgesackt ist, im falschen Gefälle liegt, eingestürzt ist oder ein Gegengefälle hat, reicht ein eingezogener Liner nicht. Solche Schäden lassen sich nur in offener Bauweise oder durch einen Austausch der Leitung beheben. Auch das zeigt die Kamera vorab, sodass Sie vor der Beauftragung wissen, worauf es hinausläuft.

Wie lange hält eine sanierte Leitung?

Ein fachgerecht eingebauter Liner bildet ein statisch tragendes Rohr im Rohr, das Risse, Brüche, Scherbenbildung und Muffenversatz dauerhaft überbrückt. Eine allgemein garantierte Haltbarkeit in Jahren lässt sich seriös nicht behaupten, dazu ist das Verfahren noch zu jung. Der Betrieb, der die Sanierung ausführt, nennt Ihnen die Gewährleistung für seine Arbeit.

Muss ich einen Schaden überhaupt sanieren lassen?

Wenn eine Zustands- und Funktionsprüfung einen Schaden festgestellt hat, sind die Ergebnisse in einer Bescheinigung zu dokumentieren. Festgestellte Schäden sind je nach Schadensbild kurzfristig oder innerhalb von zehn Jahren zu sanieren, bei Bagatellschäden reicht eine Instandsetzung bis zur nächsten Wiederholungsprüfung. Was in Ihrem Fall gilt, ergibt sich aus dem Befund.

Kann ich die Kosten von der Steuer absetzen?

Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt lassen sich in bestimmtem Umfang von der Steuer absetzen. Ob und in welcher Höhe das für Ihre Sanierung gilt, hängt von Ihrer Situation ab. Klären Sie das mit einem Fachmann für Steuern oder dem Finanzamt und heben Sie die Rechnung mit ausgewiesenem Arbeitslohn auf.

Wer zahlt die Sanierung, Mieter oder Eigentümer?

Die Erneuerung und Instandsetzung der Bausubstanz ist Sache des Eigentümers, das folgt aus seiner Erhaltungspflicht nach Paragraf 535 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Eine defekte Grundleitung zu sanieren gehört dazu. Ein Mieter kommt dafür nur auf, wenn er den Schaden schuldhaft verursacht hat, was bei einem Rohrschaden im Erdreich selten der Fall ist.

Zahlt eine Versicherung die Kanalsanierung?

Die reine Sanierung eines verschlissenen Rohres ist meist kein Versicherungsfall, sie gilt als Instandhaltung. Ein plötzlicher Bruchschaden an Ableitungsrohren kann dagegen über einen entsprechenden Baustein der Wohngebäudeversicherung gedeckt sein, oft nur mit besonderer Vereinbarung für Rohre ausserhalb des Gebäudes. Der Umfang hängt vom Tarif ab, prüfen Sie Ihre Police.

Kostenlose Ersteinschätzung anfordern

Ein Rohrschaden im Befund oder ein wiederkehrender Verdacht? Schildern Sie Ihr Anliegen. Die Anfrage geht an einen geprüften Fachbetrieb in Ihrer Region.

Antwort meist innerhalb eines Werktags. Ihre Anfrage ist unverbindlich und kostenlos.

Ihre Anfrage wird an einen geprüften Fachbetrieb in Ihrer Region vermittelt. Beauftragen Sie den Betrieb, kommt der Vertrag zwischen Ihnen und ihm zustande.

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Noch kein Befund? Dann führt der Weg zuerst über die Kanalinspektion mit Kamera. Verstopft das Rohr nur, ohne dass ein Schaden vorliegt, hilft oft schon die Rohrreinigung. Zurück zur Startseite.