Vor Ort
Dachdecker in Hückeswagen: Schlossberg, enge Gassen und Wupper-Tal
Hückeswagen ist an einen Hang gebaut. Vom Schlossberg über dem historischen Kern fällt das Gelände steil hinunter ins Tal der Wupper, und die Altstadt schmiegt sich mit schmalen, gewundenen Gassen an diese Höhenlinie. Für das Dachdeckerhandwerk hat das eine handfeste Folge: Der Zugang zum Dach ist oft die halbe Aufgabe. Wo Häuser dicht an dicht stehen und die Straße kaum breiter als ein Fuhrwerk ist, will der Aufbau von Gerüst und Absturzsicherung sorgfältig geplant sein, bevor überhaupt die erste Platte bewegt wird.
Dazu kommt das bergische Wetter. Das Bergische Land gehört zu den regenreichsten Gegenden im Westen Deutschlands, und im Tal der Wupper hält sich die Feuchte besonders hartnäckig. Für die Dächer heißt das: dauerhaft feuchte Deckung, langsam abtrocknende Nordseiten und ein steter Bewuchs mit Moos. Ein Betrieb, der Hückeswagen kennt, plant deshalb sorgfältige Überdeckungen, eine belastbare Unterspannung und eine Entwässerung, die auch bei einem kräftigen Guss nicht an ihre Grenzen kommt.
Und schließlich der Wind. Auf den Höhen rund um die Stadt und über dem freien Talrand fasst er die Ränder eines Daches an First, Traufe und Ortgang. Lose Platten oder Ziegel werden dort schneller angehoben als in windgeschützter Lage. Wer die Stadt kennt, verklammert die Deckung an diesen Kanten sturmsicher und behält die wetterzugewandten Flächen im Blick, statt auf den nächsten Schaden zu warten.
Hückeswagen ist eine Kleinstadt im Norden des Oberbergischen Kreises im Regierungsbezirk Köln, rund 40 Kilometer von Köln entfernt. Ihre Nachbarn sind Radevormwald, Wipperfürth, Wermelskirchen und Remscheid. Seit 2012 führt sie offiziell den Zusatz Schloss-Stadt, benannt nach dem Schloss über dem alten Kern. Die Stadt liegt am Übergang vom Wupper-Tal zu den bergischen Höhen, teils an der Bever- und der Wupper-Vorsperre, und diese hügelige, wasserreiche Lage prägt bis heute, wie hier gebaut und gedeckt wird. Quelle.