Vor Ort
Dachdecker in Wermelskirchen: altbergisches Fachwerk und viel Regen
Wermelskirchen ist altbergisches Land, und das prägt jedes Dach. Über Jahrhunderte hat man hier das Fachwerk mit einer Schieferhaut vor dem Wetter geschützt und die Häuser im vertrauten Dreiklang aus schwarzem Schiefer, weißen Fensterrahmen und grünen Läden gehalten. Für das Dachdeckerhandwerk bedeutet das viel Arbeit mit Schiefer: an der Wand ebenso wie auf dem steilen Dach. Ein ortskundiger Betrieb weiß, wie diese Deckung fachgerecht ausgeführt wird, damit sie ihren Zweck erfüllt und zugleich zum gewachsenen Bild der Stadt passt.
Der Grund für den vielen Schiefer ist das Wetter. Das Bergische Land zählt zu den niederschlagsreichsten Regionen im Westen Deutschlands, und Wermelskirchen mit seinen Höhen und Tälern bekommt seinen Teil davon ab. Für das Dach heißt das: Die Deckung ist über weite Strecken des Jahres feucht, Nordseiten trocknen schlecht, und jede undichte Stelle meldet sich verlässlich. Ein erfahrener Dachdecker plant deshalb ausreichende Überdeckungen, eine funktionierende Unterspannung und eine Entwässerung, die auch einen kräftigen Landregen zügig ableitet.
Dazu kommt in den offenen Höhenlagen der Wind, der die Ränder des Daches an First, Traufe und Ortgang beansprucht und lose Deckung anhebt. Gerade auf den freien Lagen zwischen Kernstadt, Dabringhausen und Dhünn ist das ein Thema. Wer die Gegend kennt, verklammert die Deckung an den Kanten sturmsicher und prüft die wetterzugewandten Flächen, bevor aus einer gelösten Platte ein größerer Schaden wird.
Wermelskirchen ist eine Mittelstadt im Rheinisch-Bergischen Kreis, südöstlich von Remscheid und mitten im Naturpark Bergisches Land. Zur Stadt gehören neben der Kernstadt die Ortsteile Dabringhausen und Dhünn. Auf Wermelskirchener Stadtgebiet liegt zu einem Teil die Große Dhünntalsperre, die größte Trinkwassertalsperre im Westen Deutschlands. Rund 35.000 Menschen leben hier in einer Landschaft aus Höhen, Tälern und Wäldern, deren altbergische Bauweise mit Schiefer und Fachwerk bis heute prägt, wie in der Stadt gebaut und gedeckt wird. Quelle.