Vor Ort
Dachdecker in Remscheid: Höhenlage, Steigungsregen und viel Schiefer
Remscheid liegt mit seiner Stadtmitte auf rund 365 Metern und ist damit die höchstgelegene Großstadt im Bergischen Land; der höchste Punkt am Brodtberg reicht auf knapp 379 Meter, während die Wupper im Tal auf etwa 96 Meter absinkt. Dieser Höhenunterschied von fast 283 Metern auf engem Raum bedeutet für das Dachdeckerhandwerk vor allem eins: die Dächer stehen exponiert, fangen Wind aus allen Richtungen und werden von reichlich Niederschlag getroffen. Wer hier deckt, plant Befestigung, Verwahrung und Entwässerung für deutlich mehr Wetter als im Flachland.
Weil die Luft an den bergischen Höhen aufsteigt und abregnet, fällt in Remscheid überdurchschnittlich viel Niederschlag, grob in der Größenordnung von rund 1.300 Millimetern im Jahr. Für das Dach heißt das: die Deckung ist dauernd feucht, Nordseiten trocknen langsam ab, Moos und Bewuchs setzen sich fest, und jede undichte Stelle wird zuverlässig gefunden. Ein ortskundiger Dachdecker achtet deshalb auf sauber ausgeführte Überdeckungen, funktionierende Unterspannbahnen und großzügig dimensionierte Rinnen und Fallrohre, damit Starkregen zügig vom Dach kommt.
Dazu kommt der Wind: Auf den freien Höhenlagen und Kuppen zerrt der Sog an Traufen, Ortgängen und Firsten. Locker gewordene Ziegel oder Schieferplatten werden dort schneller angehoben als in geschützter Tallage. Ein Fachbetrieb aus Remscheid kennt diese Belastung und setzt auf sturmsichere Verklammerung und regelmäßige Kontrolle der wetterzugewandten Flächen.
Remscheid ist mit rund 111.000 Einwohnern eine der drei Großstädte im Bergischen Städtedreieck und zugleich die am höchsten gelegene von ihnen. Die Stadt entstand in ihrer heutigen Form 1929 durch den Zusammenschluss von Alt-Remscheid mit Lennep und Lüttringhausen und gliedert sich heute in vier Stadtbezirke. Bekannt ist Remscheid als Werkzeugstadt und als Geburtsstadt Wilhelm Conrad Röntgens; die Höhenlage und der Steigungsregen prägen bis heute, wie hier gebaut und gedeckt wird. Quelle.