Vor Ort
Dachdecker in Radevormwald: Höhenrücken, Wind und viel Wetter
Der Name sagt es schon: Radevormwald liegt auf der Höhe, weit oben auf dem bergischen Rücken zwischen dem Tal der Wupper und den Oberbergischen Wäldern. Für das Dachdeckerhandwerk ist das der wichtigste Faktor überhaupt. Wer hier deckt, arbeitet an Häusern, die kaum Schutz vor dem Wetter haben: Der Wind kommt ungebremst über die freie Kuppe, und was oben auf dem Dach nicht sauber befestigt und verwahrt ist, bekommt das früher zu spüren als ein Haus in geschützter Tallage. Ein ortskundiger Betrieb plant Deckung, Befestigung und Entwässerung deshalb von vornherein für rauere Bedingungen.
Dazu kommt der viele Regen. Das Bergische Land gehört zu den niederschlagsreichsten Gegenden Nordrhein-Westfalens, und auf der Höhe von Radevormwald regnet es sich besonders zuverlässig ab. Für das Dach heißt das: Die Deckung ist über weite Teile des Jahres feucht, nach Norden ausgerichtete Flächen trocknen langsam, Moos und Bewuchs siedeln sich an, und undichte Stellen bleiben nicht lange unbemerkt. Ein erfahrener Dachdecker achtet deshalb auf saubere Überdeckungen, eine funktionierende Unterspannung und großzügig bemessene Rinnen und Fallrohre, damit auch ein kräftiger Guss zügig vom Dach abfließt.
Der dritte Punkt ist der Windsog. Auf den offenen Höhen zerrt er an Traufen, Ortgängen und Firsten und hebt gealterte, nur noch lose sitzende Ziegel oder Schieferplatten an. Genau dort beginnen viele Sturmschäden. Ein Betrieb, der Radevormwald kennt, setzt auf sturmsichere Verklammerung der Deckung an den Rändern und prüft die wetterzugewandten Flächen regagentsäßig, bevor ein einzelner gelöster Ziegel zum Loch im Dach wird.
Radevormwald ist ein Mittelzentrum im Oberbergischen Kreis und zählt zu den ältesten Städten im Bergischen Land. Rund 22.000 Menschen leben hier, verteilt auf die Kernstadt oben auf der Höhe und die alten Textilorte unten im Tal der Wupper. Seit dem Jahr 2012 trägt die Stadt offiziell den Beinamen Stadt auf der Höhe, der ihre Lage treffend zusammenfasst. Genau diese Höhenlage mit viel Wind und Regen prägt bis heute, wie in Radevormwald gebaut und gedeckt wird. Quelle.