Vor Ort
Leckortung in Radevormwald: Stadt auf der Höhe über dem tief eingekerbten Wuppertal
Radevormwald trägt seit 2012 den amtlichen Titel Stadt auf der Höhe, und der ist wörtlich zu nehmen. Der Kern liegt auf rund 374 Metern, der höchste Punkt im Stadtgebiet erreicht 421 Meter; bis zur Gebietsreform 1975 war der Ort die höchstgelegene Stadt im damaligen Regierungsbezirk Düsseldorf. Nach Nordwesten aber stürzt das Gelände steil in das tief eingekerbte Tal der Wupper ab. Zwischen der Höhe und dem Flussgrund liegen mehr als hundert Höhenmeter auf kurzer Strecke, und dieser Absturz bestimmt die Leckortung. In einer stark geneigten Grundleitung schießt das Wasser rasch abwärts und reißt bei jeder Undichtigkeit feines Material aus der Bettung; verliert das Rohr seine Auflage, sackt es ab, und die Muffe öffnet sich. In den Steigleitungen der Hanghäuser steht das Wasser zudem unter kräftigem Druck, sodass aus einer feinen Stelle rasch ein größerer Verlust wird.
Der steile Hang sortiert das Wasser auch dort, wo es austritt. Ein Verlust an der Höhe zeigt sich häufig nicht an der Fehlstelle selbst, sondern weiter unten, wo das dem Gefälle folgende Wasser an einer dichteren Schicht oder am Fuß des Hangs zur Ruhe kommt. Wer an der falschen, nämlich der tieferen nassen Stelle gräbt, verfehlt das Leck. Für die Ortung heißt das: Der Leitungsverlauf muss vom Hang her verfolgt und die Fehlstelle oberhalb der sichtbaren Nässe eingekreist werden. Ein Bodenmikrofon nimmt dafür das Fließgeräusch einer noch druckführenden Leitung auf, und ein Korrelator vergleicht das Signal an zwei Punkten, um die Stelle einzugrenzen; eine Wärmebildkamera macht warme Heizungs- und Warmwasserstränge im Hang als helle Linie sichtbar. So wird der Ort bestimmt, bevor am steilen Gelände auf Verdacht aufgegraben wird.
Unten im Tal liegt eine ganz andere Welt. In den Flussschleifen der hier tief eingeschnittenen Wupper stehen die Wupperortschaften Dahlhausen und Vogelsmühle, aus der frühen Industriezeit gewachsen, mit mächtigen Textilfabriken aus dunklem Bruchstein, Staustufen und alter Infrastruktur. Der Bestand ist zu großen Teilen über hundert Jahre alt, denn der letzte schwere Stadtbrand von 1802 vernichtete sämtliche Gebäude innerhalb der Stadtmauern; erhalten blieb aus der Zeit davor nur ein Gartenhaus von 1772, das man 1986 in den Stadtpark versetzte. Unter dem alten Bestand liegt oft Steinzeug in kurzen Stücken mit vielen Muffen, und in massiven Bruchsteinmauern hält sich Feuchte hartnäckig. Wer in Radevormwald einen Fachbetrieb für Leckortung sucht, ist mit einem Betrieb gut beraten, der sowohl den steilen Hang als auch die schweren Talbauten kennt und zuerst misst, statt am Gefälle auf gut Glück zu graben. Die Vermittlung führt einen passenden Betrieb aus der Umgebung heran, der die Ortung selbst ausführt.
Radevormwald, ortsüblich Rade, ist mit rund 21.500 Einwohnern ein Mittelzentrum und die nördlichste Kommune des Oberbergischen Kreises. Der Kern liegt auf rund 374 Metern, der höchste Punkt bei 421 Metern; bis 1975 war der Ort die höchstgelegene Stadt im Regierungsbezirk Düsseldorf. Nach Nordwesten fällt das Gelände steil ins tief eingekerbte Wuppertal ab, wo die Wupperortschaften Dahlhausen und Vogelsmühle liegen. Am Rand staut sich die Wupper zur Wuppertalsperre, einer Brauchwassertalsperre. Quelle.