Untergrund und Abdichtung
Großformat auf der Heizung, Nachkriegsbad und Entkopplung im Fachwerk
In den Neubaugebieten liegt die Herausforderung im Format. Große und sehr große Bodenfliesen wirken großzügig und sparen Fugen, verlangen aber einen sehr ebenen, tragfähigen Untergrund, ein vollflächig aufgetragenes Kleberbett und ein Nivelliersystem, das die Platten beim Aushärten auf einer Ebene hält. Liegt darunter eine Fußbodenheizung, kommt es auf die richtige Verlegung und auf geplante Bewegungsfugen an, damit die Wärme gleichmäßig durchkommt und die Fläche die Ausdehnung aus dem Temperaturwechsel schadlos aufnimmt.
In der Kernstadt sind es die Bäder aus den Nachkriegsjahren, die jetzt an der Reihe sind. Nach Jahrzehnten ist oft nicht nur die Fliese aus der Mode, sondern der ganze Aufbau am Ende: Der Estrich ist gerissen, hohl oder uneben, die alte Abdichtung genügt nicht mehr. Vor dem Neubelag muss dieser Untergrund nachgebessert werden, Risse werden verharzt, hohle Stellen entfernt, Unebenheiten mit einer Ausgleichsmasse egalisiert. Erst auf einem festen, ebenen und trockenen Grund haftet der Dünnbettkleber so, dass die Fliese vollflächig aufliegt und nicht hohl klingt.
Im altbergischen Fachwerk und in den Höfen der Ortschaften liegen die Böden häufig auf Holzbalkendecken, die federn und mit der Feuchte arbeiten. Fliesen sind dagegen starr und reißen, wenn der Untergrund sich bewegt, deshalb gehört auf solche Decken eine Entkopplung, die die Bewegung aufnimmt, bevor sie den Belag erreicht. Im Bad kommt die Abdichtung hinzu: Nach DIN 18534 wird die Fläche nach ihrer Wasserbelastung in Wassereinwirkungsklassen eingeteilt, und unter den Fliesen liegt eine Verbundabdichtung mit Dichtbändern an Ecken, Wannenrand und Rohrdurchführungen. Die saubere Ausführung dieser Anschlüsse ist die eigentliche Arbeit, nicht das Fliesenbild.