Vor Ort im Detail
Was Rohre in Hückeswagen verstopft
Hückeswagen ist eine Kleinstadt im Oberbergischen Kreis an der oberen Wupper, deren Kern bei rund 308 Metern zwischen Radevormwald, Wipperfürth, Wermelskirchen und Remscheid liegt. Auf dem Stadtgebiet stauen Bever- und Wuppertalsperre die Wupper zu Erholungsgebieten, beide sind Brauchwasserspeicher ohne Trinkwasserfunktion. Diese Höhen- und Talstruktur des Bergischen Landes sorgt für wechselndes Gefälle in den Grundleitungen.
Das über dem Schloss Hückeswagen gewachsene Städtchen war traditionell von der Tuchmacherei geprägt. Der Altstadtkern und die älteren Wohnlagen bringen Steinzeug-Grundleitungen mit, in deren Muffen Wurzeln aus den bergischen Gärten einwachsen, sowie gusseiserne Fallstränge, an denen sich Fett zäh anlagert. In den Außenlagen zu den Talsperren wird die Bebauung ländlich und weitläufig.
Die gewöhnlichen Ursachen gelten auch hier: Fett und Speisereste aus der Küche, Feuchttücher und Hygieneartikel in der Toilette, Kalk und Inkrustierung. In den ländlichen Höhen- und Hanglagen führen lange private Grundleitungen vom Haus bis zum Anschlusskanal, die bei knappem Gefälle über die Strecke viel absetzen und von einer Hochdruckspülung über die gesamte Länge profitieren.
Der viele alte Baumbestand rund um Schloss und Talsperren macht den Wurzeleinwuchs zu einem besonders häufigen Thema. Wurzeln dringen durch undichte Muffen in die Steinzeugleitungen und bilden ein Netz, das alles zurückhält. Hier hilft die Fräse, die den Einwuchs mechanisch abträgt, gefolgt von einer Kamerabefahrung, um die betroffene Muffe zu beurteilen.
Für die Wahl des Verfahrens zählt die Ursache. Eine Fettschicht im waagerechten Rohr löst die Hochdruckspülung, ein fester Pfropfen aus Feuchttüchern lässt sich mit Spirale und Spülung räumen, Wurzeln verlangen die Fräse. Ein guter Betrieb filmt im Zweifel erst, bevor er die schwere Technik ansetzt, statt nur ein Loch durch den Pfropfen zu bohren.
Die bergige Lage sorgt bei Starkregen für rasch ablaufendes Oberflächenwasser aus den Hanglagen. Für tief liegende Keller in den Senken ist der Rückstauschutz deshalb wichtig. Eine Rohrreinigung stellt den Querschnitt her, ersetzt aber keine Rückstausicherung. Kellerabläufe unterhalb der Rückstauebene sollten mit geprüft werden.
Kehrt eine Verstopfung an derselben Stelle wieder, lohnt vor der nächsten Spülung der Blick mit der Kamera. Gerade bei den langen Grundleitungen der Höfe und Hanglagen um die Talsperren spart die einmalige Klärung viele wiederholte Anfahrten, weil sich danach entscheiden lässt, ob eine Wartungsspülung genügt oder die Muffe saniert werden sollte.
Beim Notfall gilt in Hückeswagen: erst Anfahrt und Stundensatz klären, dann arbeiten lassen, auf Rechnung statt bar. Solange kein Wasser unkontrolliert austritt, ist der ortskundige Fachbetrieb aus dem Oberbergischen die ruhigere und günstigere Wahl gegenüber einem überregionalen Notdienst mit Pauschalpreis.
Vorsorge ist auch in Hückeswagen die einfachste Ersparnis: ein Sieb über dem Küchenablauf, das Fett in den Restmüll und keine Feuchttücher in die Toilette. In den Gartenlagen rund um Schloss und Talsperren lohnt zusätzlich der herbstliche Blick auf Hofabläufe und Sinkkästen, damit Laub aus dem alten Baumbestand nicht zu einem dichten Schlamm wird.