Steigleitungen und Trinkwasser
Hartes Wasser, Fachwerk am Kirchplatz und der Kesseltausch
Das prägende Thema ist der Kalk im Wasser. Hartes Wasser aus dem Massenkalk-Untergrund lagert sich in Rohren, Perlatoren, Duschköpfen und vor allem im Wärmetauscher und im Warmwasserspeicher ab; eine Kalkschicht dämmt dort, wo Wärme übergehen soll, und treibt den Verbrauch. In vielen Wülfrather Häusern lohnt deshalb der Blick auf einen normgerechten Kalkschutz, sei es über eine Enthärtung oder eine Dosieranlage, die zur gemessenen Härte passt. Das ist keine Spielerei, sondern verlängert die Lebensdauer von Armaturen, Speicher und Wärmeerzeuger.
Der zweite Strang ist der alte Bestand. In den Fachwerkhäusern rund um den Kirchplatz stecken in einigen Steigsträngen noch Werkstoffe früherer Zeiten, und der Denkmalschutz begrenzt die Leitungsführung. Maßgeblich ist die Trinkwasserverordnung an der Zapfstelle: Was das Wasser belasten könnte, etwa alte Bleileitungen, gehört entfernt. In der Werkssiedlung Rohdenhaus, mit der Kalkindustrie im frühen 20. Jahrhundert entstanden, bedeutet alter Baubestand häufig alten Leitungsbestand, sodass Strangerneuerung und Badumbau ineinandergreifen.
Daneben hat in vielen Häusern der Wärmeerzeuger sein Alter erreicht. Wird er getauscht, fordert das Gebäudeenergiegesetz einen Mindestanteil erneuerbarer Energie, gemerkt als 65-Prozent-Formel. Wie sehr er vor Ort zählt, richtet sich nach dem Fortschritt der städtischen Wärmeplanung. Und die Lage entscheidet mit: Wo an den Hängen über dem Angertal die Gasleitung fehlt, verbleiben Wärmepumpe, Flüssiggas oder Heizöl, und eine Wärmepumpe trägt sich nur mit guter Dämmung und großen Heizflächen.