Vor Ort im Detail
Was Rohre in Wülfrath verstopft
Wülfrath ist eine kleinere Stadt im Kreis Mettmann im Niederbergischen Land. Das öffentliche Kanalnetz umfasst nach Angaben der Stadt rund 94 Kilometer, davon etwa 73 Prozent Mischsystem; Betreiber ist die Stadtentwässerung im Tiefbauamt. Der hohe Mischwasseranteil bedeutet, dass Schmutz- und Regenwasser in vielen Straßen gemeinsam abfließen, was bei Starkregen die Belastung der Leitungen schlagartig erhöht.
Wülfrath ist stark von seiner Kalksteinlandschaft geprägt; mit dem Kalkwerk Flandersbach liegt hier das größte Kalkwerk Europas. Diese geologische Prägung hat mit dem Innenleben der privaten Rohre nichts direkt zu tun, doch Kalk und Inkrustierung zählen wie überall zu den typischen Ursachen, die in älteren Leitungen den Querschnitt verengen und Ablagerungen einen Halt bieten.
Die gewöhnlichen Ursachen dominieren auch hier: Fett und Speisereste aus der Küche, Feuchttücher und Hygieneartikel in der Toilette. In den älteren Wohnlagen liegen gusseiserne Fallstränge, an deren rauer Innenwand sich Fett zäh anlagert, und Steinzeug-Grundleitungen, in deren Muffen Wurzeln aus den Gärten einwachsen. Diese Stoffe verbinden sich zu dem zähen Pfropfen, der den Abfluss schließt.
Der hohe Mischsystemanteil macht das Zusammenspiel von Ablagerung und Starkregen besonders spürbar. Setzen sich in einer flach geneigten Leitung über Wochen Feststoffe ab, kann ein kräftiger Regen den losen Belag zu einem Pfropfen zusammenschieben, der den Abschnitt verlegt. Eine gelegentliche Wartungsspülung beugt vor, bevor aus der Ablagerung eine Verstopfung wird.
Für die Beseitigung entscheidet der Befund über das Verfahren. Eine flächige Fettschicht löst die Hochdruckspülung mit passender Düse, ein fester Pfropfen aus Feuchttüchern lässt sich mit Spirale und Spülung räumen, Wurzeln in verschobenen Muffen verlangen die Fräse. Ein guter Betrieb bohrt nicht nur ein Loch durch den Pfropfen, sondern stellt den vollen Querschnitt wieder her.
In den Mehrfamilienhäusern teilen sich mehrere Parteien Fallstrang und Grundleitung, in den Einfamilienhäusern gehört das private Rohr bis zur Grundstücksgrenze dem Eigentümer. Läuft es bei mehreren Wohnungen gleichzeitig zäh ab, sitzt die Ursache in der geteilten Sammelleitung, und der Betrieb grenzt ein, ob der Schaden noch zum Haus gehört oder schon im öffentlichen Kanal liegt.
Bei Starkregen und dem hohen Mischwasseranteil ist der Rückstauschutz für tief liegende Keller wichtig. Wasser aus dem überlasteten Kanal kann zurückdrücken. Eine Rohrreinigung stellt den Querschnitt her, ersetzt aber keine Rückstausicherung. Kellerabläufe unterhalb der Rückstauebene brauchen eine funktionierende Sicherung, die sich bei der Reinigung mit kontrollieren lässt.
Kehrt eine Verstopfung an derselben Stelle wieder, bringt die Kanalkamera Klarheit, statt das Symptom immer wieder wegzuspülen. In den älteren Grundleitungen können Muldenbildung, Inkrustierung oder ein Wurzelnest die Dauerursache sein, die eine einmalige Befahrung sichtbar macht und die man danach gezielt beheben kann.
Beim Notfall gilt auch in Wülfrath: erst Anfahrt und Stundensatz klären, dann arbeiten lassen, auf Rechnung statt bar. Solange kein Wasser unkontrolliert austritt, ist der ortskundige Fachbetrieb aus dem Niederbergischen die ruhigere und meist günstigere Wahl gegenüber einem überregionalen Notdienst mit Pauschalpreis.