Steigleitungen und Trinkwasser
Drei alte Kerne, Fachwerk und der Kesseltausch
In der Langenberger Altstadt mit ihren schiefergedeckten Fachwerkhäusern stecken in manchem Steigstrang noch Werkstoffe früherer Jahrzehnte, und der Denkmalschutz lässt der Leitungsführung wenig Spielraum. Den Maßstab gibt die Trinkwasserverordnung an der Zapfstelle vor: Alles, was das Wasser gefährden kann, etwa alte Bleileitungen, muss verschwinden. Weil die Wege in den verschachtelten Fachwerkbauten oft nur schwer erreichbar sind, zahlt es sich aus, den Bestand vor der Badplanung zu erfassen und die Erneuerung sorgsam in die alte Substanz zu fügen.
Ein eigenes Kapitel sind die Wohnquartiere aus der Blütezeit der Schloss- und Beschlägeindustrie in Velbert-Mitte und Birth. Diese Häuser tragen vielfach noch Leitungen und Heizungen aus späteren Nachrüstungen, und in Neviges kommt der eigene alte Ortskern hinzu, der als frühere Stadt seinen eigenen Bestand mitbringt. Hier bündeln sich Strangerneuerung, Badumbau und Kesselwechsel oft in einem Zug, weil die Wände ohnehin geöffnet werden. Der Fachbetrieb nimmt den Bestand auf und plant die Schritte so, dass die Bewohner möglichst wenig Ausfall haben.
Parallel dazu hat in unzähligen Häusern der Wärmeerzeuger sein Alter erreicht. Beim Ersatz verlangt das Gebäudeenergiegesetz einen Mindestanteil erneuerbarer Energie, den man gern auf die 65-Prozent-Formel bringt. Wie stark er vor Ort zählt, entscheidet der Fortgang der städtischen Wärmeplanung. Auch die Lage spricht mit: Fehlt an den Höhen um Tönisheide oder in Randlagen die Gasleitung, kommen nur Wärmepumpe, Flüssiggas oder Heizöl in Betracht, und eine Wärmepumpe lohnt sich erst mit guter Dämmung und großen Heizflächen.