Vor Ort
Fliesen in der dichtesten Bebauung über gesunkenem Grund
Herne zählt rund 156.000 Einwohner und ist nach Offenbach die flächenmäßig zweitkleinste Großstadt Deutschlands, mit einer der höchsten Bevölkerungsdichten des Landes. Für die Fliese heißt das vor allem eines: sehr viel Wohnbestand auf engem Raum, oft aus der ersten Jahrhunderthälfte, mit kleinen Bädern und schmalen Grundrissen, in denen jeder Zentimeter zählt.
Der Untergrund ist hier vom Steinkohleabbau geprägt. Zechen wie Shamrock, Friedrich der Große, Mont-Cenis und Teutoburgia haben den Boden der Emscherniederung über Jahrzehnte großflächig absinken lassen. Diese Bergsenkung arbeitet bis in die Estriche hinein: Was oben als feiner Netzriss im alten Belag sichtbar wird, hat seinen Ursprung oft im Aufbau darunter. Vor dem neuen Belag gehört der Estrich deshalb geprüft, nicht überklebt.
Ein zweiter Strang ist die Lage in der tiefen Emscherniederung. Röhlinghausen und Crange liegen am flachsten, nahe am Rhein-Herne-Kanal mit seiner Schleuse und dem Jachthafen Herne-Ost, wo erdberührte Böden und Kellerräume feuchter stehen als auf der Höhe der Innenstadt. Wer dort einen Kellerraum fliesen lässt, kommt an der Frage der Abdichtung nicht vorbei. Hinzu kommt, dass in einer der am dichtesten bebauten Städte Deutschlands die Wohnungen häufig übereinander liegen: ein undichter Duschboden trifft dann direkt die Decke der Nachbarwohnung, was den dichten Anschluss noch wichtiger macht als im freistehenden Haus.
Herne liegt im mittleren Ruhrgebiet am südlichen Rand der Emscherniederung und ist kreisfrei. Nachbarstädte sind Bochum im Süden, Gelsenkirchen im Westen sowie Castrop-Rauxel und Recklinghausen im Osten und Norden. Der vermittelte Fliesenleger ist im Stadtgebiet und in den angrenzenden Orten tätig. Quelle.