Untergrund und Abdichtung
Zechensiedlung Flöz Dickebank, Schüngelberg und der Estrich über dem Bergsenkungsgebiet
Was unter dem Belag steckt, zeigt sich meist erst nach dem Ausbau. In den Zechensiedlungen und im Geschosswohnungsbau liegt darunter häufig ein alter Zementestrich, über dem gesunkenen Grund vielfach gerissen oder nicht mehr in der Waage. Ein neuer Belag hält hier nur, wenn der Estrich fest ist, Risse kraftschlüssig verharzt und Höhen ausgeglichen werden. Wo der Boden weiter arbeitet, trennt eine Entkopplung seine Bewegung von der starren Keramik, damit ein neuer Riss nicht sofort in Fuge und Fliese durchschlägt.
In den Bergarbeiterhäusern von Flöz Dickebank und Schüngelberg liegt unter dem Boden oft eine Holzbalkendecke. Sie federt und arbeitet und braucht eine lastverteilende Platte und eine Entkopplung, ehe großformatige Ware daraufkommt. Weil beide Siedlungen unter Denkmalschutz stehen, wird beim Umbau von Bad und Boden zurückhaltend gearbeitet, damit die enge, historische Struktur erhalten bleibt und der neue Belag sich einfügt.
Der dritte Punkt ist die Abdichtung. Wo im Bad Spritzwasser auf Wand und Boden trifft, gehört vor die Fliese eine Verbundabdichtung nach DIN 18534. In den engen Bädern der Zechensiedlungen, in denen aus einer Wanne eine bodengleiche Dusche entsteht, entscheidet der saubere Anschluss an Ecke, Wand und Ablauf über die Dichtheit. Fehlt er, zeigt sich der Mangel erst Jahre später an feuchten Wänden, gerade dort, wo der gesunkene Grund ohnehin an den Leitungen zieht.