Vor Ort
Sanitär und Heizung in Herne: dichteste Bebauung über gesunkenem Emschergrund, viele alte Gasthermen und die Frage nach Fernwärme oder Wärmepumpe
Herne ist nach Offenbach die flächenmäßig zweitkleinste Großstadt Deutschlands und zugleich eine der am dichtesten bebauten. Auf engem Raum drängen sich Zechensiedlungen, Geschosswohnungsbau und alte Kernbebauung, ein großer Teil davon stammt aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Für Bad und Wärme heißt das zweierlei: Die Häuser stehen dicht, und der Untergrund der Emscherniederung ist über Jahrzehnte durch den Steinkohlebergbau abgesunken. Wer hier Heizung oder Leitungen erneuert, tut das selten im freistehenden Einzelhaus, sondern meist in einem Bestand, der mit den Nachbarhäusern und dem gesunkenen Grund zusammenhängt.
In Herne-Mitte, Baukau und den Zechensiedlungen von Sodingen und Börnig heizen viele Wohnungen bis heute mit einer eigenen Gastherme oder einer alten Zentralheizung im Keller. In den Mehrfamilienhäusern laufen Wasser und Wärme über gemeinsame Steigstränge, die beim Umbau mitbedacht gehören. In den dicht bebauten Lagen kann statt der eigenen Anlage ein Anschluss an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Herne in Frage kommen, sofern eine Leitung an der Straße liegt. Wo ein Haus mit Garten steht, etwa in Teilen von Röhlinghausen oder am Rand von Wanne, ist dagegen eher Platz für die Aufstellung einer Wärmepumpe.
Weil in Herne so viel auf engem Raum steht und der Boden vielerorts gesunken ist, beginnt eine sinnvolle Einschätzung immer am konkreten Haus. Der Betrieb sieht sich zuerst an, wie die Steigleitungen im Mehrfamilienhaus geführt sind, ob der Abgasschacht ein modernes Brennwertgerät trägt, ob eine Fernwärmeleitung an der Straße liegt und wie feucht der tief in der Emscherniederung sitzende Keller ist. Ob Etagenwohnung in Wanne, Reihenhaus in Sodingen oder Mehrfamilienhaus in der Mitte: Erst nach diesem Blick schreibt der Betrieb ein belastbares Angebot. Ein vermittelter Partnerbetrieb erklärt die Schritte in klarer Sprache.
Herne ist eine kreisfreie Großstadt in Nordrhein-Westfalen mit rund 156.000 Einwohnern und liegt im mittleren Ruhrgebiet am südlichen Rand der Emscherniederung. Sie ist nach Offenbach die flächenmäßig zweitkleinste Großstadt Deutschlands und eine der am dichtesten bebauten. 1975 wurde die frühere Stadt Wanne-Eickel mit Herne vereinigt. Nachbarn sind Recklinghausen im Norden, Bochum im Süden, Gelsenkirchen im Westen und Castrop-Rauxel im Osten. Prägend sind der Steinkohlebergbau, der Rhein-Herne-Kanal und die Cranger Kirmes. Quelle.