Altbau-Elektrik
Junger Bestand, Siedlungsbau und Höhenanschlüsse: was die Mettmanner Elektrik prägt
Wo in Mettmann alte Substanz steht, sitzt sie meist konzentriert in der historischen Oberstadt und im älteren Kern in der Mulde. Hinter dem Putz liegen dort in den wenigen Vorkriegshäusern noch zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter, teils mit textiler Umhüllung. Ein Fehlerstromschutzschalter, wie ihn die DIN VDE 0100 für Steckdosenkreise und Bäder fordert, fehlt in solchen Anlagen häufig ganz. Bevor irgendetwas erneuert wird, verschafft sich der Betrieb hier zuerst einen Überblick, welche Kreise überhaupt einen Schutzleiter führen und wo die alte Isolierung brüchig geworden ist.
Den größten Teil des Mettmanner Bestands stellen jedoch die Häuser der Nachkriegs- und Siedlungsbauzeit, vor allem in Metzkausen und in den Rändern der Kernstadt. Ihre Elektrik ist zwar geerdet, war aber für Deckenlampe, Kühlschrank und Radio bemessen. Heute sollen dieselben wenigen Kreise Kochfeld, Geschirrspüler, Waschmaschine, Trockner und zahllose Ladegeräte zugleich tragen. Fliegt die Sicherung, sobald mehrere Geräte laufen, steckt dahinter fast nie ein Defekt, sondern eine zu knapp bemessene Zahl an Stromkreisen. Der Fachbetrieb sichtet den Verteiler und ergänzt dort eigene, getrennt abgesicherte Kreise, wo die Last es verlangt.
Prägend ist zusätzlich das Gelände. Weil der Kern in der Mulde liegt und die Wohnlagen zu allen Seiten ansteigen, führen an den Hängen zur Wülfrather Grenze und hinunter ins Düsseltal Hausanschluss und Zuleitungen oft weite Wege. In den ländlich geprägten Lagen von Obschwarzbach und der Außenbürgerschaft, wo Höfe und Gehöfte abseits der zentralen Versorgung stehen, sind lange private Zuleitungen die Regel. Drückt in tief liegenden Kellern im Talgrund Feuchte gegen die Wände, sollte auch der Zustand von Zählerschrank und Unterverteilung im Untergeschoss beurteilt werden, denn Nässe und alte Elektrik vertragen sich schlecht.