Vor Ort
Elektriker in Oberhausen: junge Industriestadt aus drei Bezirken, von der frühen Arbeitersiedlung bis zum Nachkriegsblock über gesunkenem Emschergrund
Oberhausen ist mit rund 213.000 Einwohnern eine kreisfreie Großstadt im westlichen Ruhrgebiet am Übergang zum Niederrhein. Die Stadt ist jung: Sie entstand erst 1862 als Bürgermeisterei aus Teilen von sechs Gemeinden und erhielt 1874 die Stadtrechte, benannt nach Bahnhof und Schloss Oberhausen an der Emscher. Der 1758 in Betrieb genommenen St.-Antony-Hütte, der ersten Eisenhütte des Reviers, verdankt sie den Beinamen Wiege der Ruhrindustrie. Seit 1975 gliedert sich das Stadtgebiet in die drei Bezirke Alt-Oberhausen, Osterfeld und Sterkrade, die zuvor zu ganz verschiedenen Herrschaften und Kreisen zählten. Diese Herkunft aus drei getrennt gewachsenen Kernen macht die Elektrik in Oberhausen zu einer Frage der einzelnen Anlage, die sich nicht über einen Kamm scheren lässt.
Den Grundstock legt die Industriezeit. Rund um die alten Hütten und Zechen entstanden früh Arbeitersiedlungen, unter ihnen die Siedlung Eisenheim in Osterfeld, die als älteste erhaltene Arbeitersiedlung des Ruhrgebiets gilt. In solchen Häusern und in den Gründerzeitzeilen von Alt-Oberhausen stecken oft noch Steigleitungen und Verteiler einer sehr frühen Elektrifizierung, ausgelegt für Licht und wenige Geräte. Hinter dem Putz älterer Wohnungen findet sich mancherorts eine zweiadrige Leitung ohne Schutzleiter, teils mit textilumsponnener Stoffummantelung aus der Frühzeit, teils als klassische Nullung geführt. Sobald heute Kochfeld, Trockner, Geschirrspüler und mehrere Ladegeräte gleichzeitig ziehen, ist eine solche Anlage am Anschlag.
Daneben steht viel dichter Geschosswohnungsbau der Nachkriegsjahre, in Sterkrade, Osterfeld und Lirich zeilenweise errichtet, wo der Zählerplatz schmal im Hausflur sitzt und eine Steigleitung mehrere Parteien versorgt. Hinzu kommt der Baugrund: Weil der Bergbau die Niederung um die Emscher abgesenkt hat, liegen zahlreiche Keller tief und neigen zu Feuchte. In solchen Räumen sind spritzwassergeschützte Dosen, ein ausreichender Abstand zum Boden und ein vorgeschalteter Fehlerstromschutzschalter Pflicht. Was tatsächlich ansteht, ergibt sich erst aus dem Blick auf Verteiler, Steigleitung und Zählerplatz. Eingriffe am Zählerplatz meldet der vermittelte Partnerbetrieb beim örtlichen Netzbetreiber an, in Oberhausen bei der Energieversorgung Oberhausen beziehungsweise dem regionalen Netzbetreiber.
Oberhausen ist eine kreisfreie Großstadt in Nordrhein-Westfalen mit rund 213.000 Einwohnern und liegt im westlichen Ruhrgebiet am Übergang zum unteren Niederrhein. Sie entstand 1862 und erhielt 1874 die Stadtrechte; als Standort der St.-Antony-Hütte gilt sie als Wiege der Ruhrindustrie. Seit 1975 gliedert sie sich in die Bezirke Alt-Oberhausen, Osterfeld und Sterkrade. Nachbarn sind Bottrop, Gelsenkirchen, Gladbeck, Essen, Mülheim an der Ruhr und Duisburg. Durch das Stadtgebiet zieht die Emscher, im Süden bei Alstaden die Ruhr. Quelle.