Mauerwerk und Durchbruch
Neue Wände, Gartenmauern und Wanddurchbruch in Dormagen
Da das Terrain eben bleibt, steht in Dormagen weniger die mächtige Hangmauer zur Debatte als vielmehr die Gartenmauer, die Einfriedung und niedrige Mauern, die eine flache Geländestufe oder ein Hochbeet einfassen. Auch das will handwerklich sitzen: eine frostfrei gegründete Sohle, ein Aufbau, der zur Mauerhöhe passt, und ausgefugte Lagen, damit das Werk Winter um Winter übersteht und nicht nach kurzer Zeit aufklafft. Gleiches gilt für Anbauten und frisch gezogene Innenwände, die der Betrieb aus dem passenden Stein aufmauert, senkrecht im Lot und gerade in der Flucht. Weil der Untergrund rheinnah Feuchte mitbringen kann, schenkt er dem Sockel und der ersten Steinreihe dabei gesonderte Aufmerksamkeit. Wo eine Mauer frei steht und dem Wind ausgesetzt ist, prüft er außerdem, ob sie durch Pfeiler oder eine ausreichende Dicke gegen seitlichen Druck gesichert werden muss, damit sie über die Länge standfest bleibt.
Soll ein Durchbruch her, etwa für einen offeneren Wohnbereich oder eine neue Türöffnung, lautet die erste Frage stets: Trägt diese Wand? Lasten aus Decke, Dachwerk und den darüberliegenden Etagen dürfen nicht einfach wegfallen, sonst gerät die Standsicherheit in Gefahr. Gerade im Dormagener Mischbestand, der vom jahrhundertealten Ortskern bis zur Werkssiedlung der fünfziger Jahre reicht, verrät die Außenseite einer Wand selten, welche Aufgabe sie trägt. Die Berechnung übernimmt deshalb ein Statiker oder Tragwerksplaner; er bemisst die Kräfte und legt einen Sturz oder Unterzug fest, der die neue Öffnung zuverlässig trägt. Geöffnet wird die Wand erst, wenn dieser Nachweis vorliegt. Mieter sowie Mitglieder einer Eigentümergemeinschaft brauchen zusätzlich das Einverständnis der jeweils Verantwortlichen. Dieser Umweg wirkt mühsam, bewahrt aber vor einem Schaden, dessen Behebung später ein Vielfaches des gesparten Aufwands kostet.
Ein sorgfältiger Betrieb legt diesen Ablauf offen und fasst eine lasttragende Wand niemals ohne Berechnung an. Dient der Umbau dagegen bloß dazu, einen Raum zu unterteilen, ohne dass Gewicht abzufangen ist, fährt man mit einer leichten Trennwand im Trockenbau meist schneller und preiswerter. Ob massiv gemauert oder als Ständerwand aufgestellt, ob Gartenmauer oder Zwischenwand: Vorgeschlagen wird die Lösung, die zur Aufgabe und zum vorgefundenen Untergrund passt - nicht automatisch die teuerste. Diese ehrliche Abwägung spart Ihnen häufig Geld und schont die Bausubstanz, weil keine tragende Wand ohne Not angetastet und kein massives Mauerwerk aufgeführt wird, wo eine leichte Wand genügt. Am Ende zählt, dass die Lösung dauerhaft hält und zum Haus passt.