Mauerwerk und Durchbruch
Anbau, Trennwand und Durchbruch im Düsseldorfer Bestand
Soll in einem Düsseldorfer Haus eine Wand neu entstehen, zieht der Handwerker sie aus dem jeweils geeigneten Baustoff hoch, im Lot, in der Flucht und mit sauber gezogenen Fugen. Ob Anbau, ausgebautes Dachgeschoss oder eine Garten- beziehungsweise Stützmauer am geneigten Grund im Osten: Stein, Gründung und Mörtel wählt er nach dem Zweck. Eine Stützmauer hat den seitlichen Schub des darüber liegenden Erdreichs dauerhaft zu halten, weshalb Fundament, Querschnitt und eine geordnete Abführung des Hangwassers ineinandergreifen müssen. Bleibt hinter dem Mauerkörper Nässe stehen, legt der Druck noch zu. Richtig gebaut sitzt die Wand fest im Gefüge und trägt verlässlich ihre Last.
Bevor eine Wand fällt, muss geklärt sein, welche Rolle sie im Gefüge spielt. Eine tragende Wand bündelt das Gewicht von Dach, Geschossdecken und allem, was oben wohnt, und reicht es nach unten weiter; reisst man sie ohne Ersatz heraus, hat diese Last plötzlich keinen Weg mehr und das Haus verliert an Halt. Besonders im eng und über Jahre gewachsenen Düsseldorfer Kern verrät eine Wand an der Oberfläche selten, ob sie trägt. Darum rechnet eine Fachplanung für Tragwerke erst die Kräfte durch und schreibt einen Sturz oder Unterzug vor, der die geplante Öffnung sicher trägt. Gestemmt wird im Anschluss, wobei der Träger sogleich seinen Platz findet.
Ein sorgfältiger Betrieb aus Düsseldorf legt diese Abfolge offen und fasst eine lasttragende Wand ohne rechnerischen Nachweis nicht an. Will man hingegen bloss einen weiten Raum unterteilen, ohne dass Gewicht auf der frischen Wand aufliegt, genügt häufig eine leichte Ständerwand aus dem Trockenbau, die rascher steht und weniger kostet. Was am Schluss die passende Bauweise ist, die wuchtig gemauerte oder die leichte beplankte Wand, richtet sich nach dem Zweck, nicht nach dem Geldbeutel. Der Handwerker stellt beide Wege sachlich nebeneinander, statt vorschnell zur teuersten Lösung zu raten.