Vor Ort im Detail
Wetter (Ruhr): Harkortstadt zwischen dem Ruhrtal am Stausee und den steilen Höhen von Volmarstein
Wetter liegt an der Ruhr, die im Osten des Stadtgebiets zum Harkortsee aufgestaut ist, und teilt sich in zwei sehr verschiedene Welten. Nördlich des Flusses liegt der historische Kern, die Freiheit Wetter im Stadtteil Alt-Wetter, dicht am See. Weil der aufgestaute Fluss das Grundwasser im Talgrund hoch hält und vom Seewasserstand mitbestimmt, ist der Untergrund am Ufer ohnehin feucht. Für die Leckortung heißt das, dass austretendes Leitungswasser in einem nassen Boden versickert und sich kaum von Grundwasser oder andrückender Nässe unterscheiden lässt. Ein Fachbetrieb grenzt den Verdacht darum zuerst mit Feuchtemessung und Akustik ein, ehe im grundwassernahen Talgrund gegraben wird.
Die Stadt fällt von 266 Metern in Grundschöttel bis auf rund 80 Meter an der Ruhr in Wengern ab, also fast 186 Höhenmeter. Naturräumlich gehört Wetter zum Süderbergland im Rechtsrheinischen Schiefergebirge, mit Anteilen am Ardeygebirge samt den Südardeywänden, an der Ardeypforte und am märkischen Schichtrippenland. Südlich der Ruhr steigen die Höhen steil an; in Volmarstein thront eine Burgruine über dem Ruhrtal, und die Hanggrundstücke sind abschüssig. In diesen Lagen drückt Hang- und Schichtenwasser gegen die Keller, das sich an der Wand mit einem echten Rohrschaden mischt und erst durch die Messung getrennt wird. Das ozeanisch geprägte Klima bringt im Jahr rund 600 Millimeter Niederschlag mit einem Maximum im Juli.
Wetter war neben Altena, Hamm und Hörde eine der vier Kreisstädte der Grafschaft Mark, und Freiheit und Dorf erhielten schon 1355 ihr Privileg. In der Freiheit steht bis heute Fachwerk aus Jahrhunderten. Wegen der engen Verbindung zu Friedrich Harkort und seiner Familie trägt die Stadt den Beinamen Harkortstadt, die sich im Harkortsee, im Harkortberg und im Harkortturm niederschlägt. Aus der Zeit der frühen Industrie stammt viel Baubestand mit alten Steinzeugleitungen. Setzt sich der Boden im weichen Talgrund, verschieben sich die Muffen, und an der Stoßstelle tritt Wasser aus. Eine feuchte Wand im Kern kann darum aus dem Rohr, aus hoch anstehendem Grundwasser oder aus aufsteigender Nässe stammen.
In ihrem heutigen Zuschnitt besteht die Stadt erst seit 1970, als die südlich der Ruhr gelegenen Gemeinden Esborn, Volmarstein und Wengern der fast vollständig nördlich des Flusses liegenden Stadt zugeschlagen wurden. Damit bündelt Wetter das grundwassernahe Ruhrtal am Harkortsee, die schroffen Höhen von Volmarstein und Grundschöttel sowie den weitläufigen, ländlich geprägten Stadtteil Esborn mit seinen langen Hangleitungen. Über alle Lagen hinweg wiederholt sich dieselbe Abfolge, bloß mit verlagertem Gewicht: zuerst die Fehlstelle orten und die Ursache benennen, dann punktgenau ausbessern, im Anschluss die Bausubstanz trocknen und den Fundort für die Versicherung dokumentieren. Das Rohr selbst bringt danach ein Sanitär- und Heizungsbetrieb wieder in Ordnung. Ein ortsvertrauter Betrieb erkennt schon an der Anschrift, welche Lage ihn erwartet, und richtet sein Vorgehen daran aus.