Bausubstanz und Leitungsnetz
Alte Zechenhäuser, verstreute Höfe und Grubenwasser: was in Sprockhövel verdeckt Wasser verliert
In den alten Kernen von Niedersprockhövel und Haßlinghausen steht Baubestand aus der Bergbau- und Bandwirkerzeit, dazu Zechen- und Werkssiedlungen der Zulieferbetriebe, die einst für den Bergbau arbeiteten. Unter solchen Häusern liegt vielfach betagtes Steinzeug in kurzen Rohrstücken; setzt sich der Boden über einem alten Grubenbau nach, verschieben sich die Muffen, und an der offenen Stoßstelle tritt Wasser ins Erdreich oder Wurzeln finden den Weg hinein. In den Verwitterungsböden über Tonstein staut sich zudem gern Nässe, statt rasch abzusickern. Eine feuchte Wand im alten Ortskern kann darum aus einem undichten Rohr stammen, aus Stauwasser über dichtem Tonstein oder aus kapillar aufsteigender Feuchte im alten Mauerwerk. Ohne Messung bleibt offen, welche der Ursachen dahintersteckt.
Der Altbergbau macht die Ortung in Sprockhövel zu etwas Eigenem. Weil die Flöze so oberflächennah abgebaut wurden, liegen alte Stollen und Schächte örtlich dicht unter dem heutigen Gelände. Über solchen Baufeldern kann sich der Boden geringfügig setzen, was Leitungen unter Zug bringt und Muffen öffnet, und aus alten Grubenbauen sickert Wasser, das sich mit einem Rohrschaden vermengt. In einem so durchzogenen Untergrund zeigt sich eine undichte Grundleitung selten als klarer nasser Fleck über dem Leck, sondern eher als ein Zähler, der ohne Entnahme weiterdreht, oder als Feuchte, die weit vom eigentlichen Schaden entfernt auftaucht. Genau hier lohnt die Ortungstechnik, die die Fehlstelle punktgenau einkreist, statt über alten Baufeldern auf Verdacht zu graben.
In den ländlichen Ortsteilen Gennebreck, Hiddinghausen, Niederstüter und Obersprockhövel verschiebt sich das Bild zu den langen Leitungswegen im Hang. Höfe und Einzelhäuser stehen hier verstreut, oft weit von der Straße, und ihre Grundleitungen queren über viele Meter das abschüssige Gelände. Spült das Gefälle die Bettung unter einem Rohr aus, sackt es ab, und an der Knickstelle entsteht ein Leck, das sein Wasser talwärts abgibt, statt am Haus aufzutauchen. Bei kräftigem Regen kommt Hang- und Schichtenwasser dazu, das an den schrägen Gesteinsschichten des Schichtrippenlandes gegen die Keller drückt. Ein Betrieb, der die Streusiedlung einordnet, prüft darum zuerst, ob überhaupt Leitungswasser im Spiel ist, ehe entlang der langen Trasse eine Wand geöffnet oder gegraben wird.