Vor Ort im Detail
Herdecke: Stadt zwischen den Ruhrseen mit Fachwerk-Bachviertel und Ruhrsandstein im Untergrund
Herdecke liegt an der Ruhr mit ihren beiden Stauseen Hengsteysee und Harkortsee und nennt sich die Stadt zwischen den Ruhrseen. Fast das ganze Stadtgebiet liegt nördlich des Flusses und steigt vom Ruhrtal auf rund 80 Metern bis auf 274 Meter im Ardeygebirge an. Anders als die Nachbarschaft war Herdecke keine Bergbaustadt, denn die vorkommenden Steinkohlenflöze sind nur gering mächtig und galten als nicht abbauwürdig. Prägend ist stattdessen der Ruhrsandstein aus dem Oberkarbon, der in zahlreichen Steinbrüchen gewonnen wurde und bis heute abgebaut wird. Für die Leckortung heißt das: In dem festen, geklüfteten Untergrund läuft austretendes Wasser in den Fugen des Gesteins ab, statt sich zu zeigen, und ein Fachbetrieb grenzt den Verdacht darum zuerst mit Feuchtemessung und Tracergas ein.
Das Herz der Stadt ist das Bachviertel, die historische Altstadt mit dichten Fachwerkzeilen, benannt nach dem Herdecker Bach, der mitten durch den alten Kern läuft. Herdecke bekam 1355 Marktrechte und wuchs über Jahrhunderte zum regional bedeutsamen Marktort mit dem Herdecker Kornmarkt. In den engen Gassen liegt betagtes Steinzeug, und viele Keller sind aus dem örtlichen Sandstein gemauert. Ein offener Bach im Zentrum bringt eine eigene Schwierigkeit: Austretendes Leitungswasser mischt sich leicht mit Wasser aus dem Bach oder aus dem hohen Grundwasser der Talsohle. Steigt der Bach nach Starkregen, drückt zusätzlich Wasser gegen die alten Keller, und erst die Messung trennt, was aus der Leitung kommt.
Über dem Tal steigt das Ardeygebirge steil an, ein Teil des Rechtsrheinischen Schiefergebirges, dessen bekannter Sandsteinfelsen die Herdecker Teufelskanzel ist. In den Höhen liegen mit Kirchende höher gelegene Ortslagen mit verstreuten Hofstellen und mit dem Ahlenberg ein als Villenvorort entstandener Höhenrücken mit großzügigen Grundstücken in ausgesprochener Hanglage. Dort drückt Hang- und Schichtenwasser an den geklüfteten Sandsteinschichten gegen die Keller, und zu den weit gesetzten Häusern führen lange Grundleitungen über den Hang. Spült das Gefälle die Bettung aus, sackt das Rohr ab, und an der Knickstelle entsteht ein Leck weit vom Haus, das sein Wasser talwärts abgibt.
Herdecke zählt zu den am stärksten versiegelten Städten im Regierungsbezirk Arnsberg, denn über ein Drittel der Stadtfläche ist überbaut. Bei Starkregen läuft daher viel Wasser rasch oberflächlich ab, statt zu versickern, und drängt in tiefer gelegene Keller. Am Hengsteysee steht mit dem Koepchenwerk zudem eines der ältesten Pumpspeicherkraftwerke Deutschlands, ein Wahrzeichen der Stadt zwischen den Ruhrseen. So vereint die Stadt mehrere Lagen: das enge Fachwerk-Bachviertel am Herdecker Bach, den geklüfteten Ruhrsandstein und die steilen Ardeyhänge am Ahlenberg und in Kirchende. In allen kehrt dieselbe Abfolge wieder, nur mit anderem Schwerpunkt: zunächst die Fehlstelle orten und die Ursache benennen, dann punktgenau ausbessern, danach die Bausubstanz trocknen und den Fundort für die Versicherung festhalten. Das Rohr bringt anschließend ein Sanitär- und Heizungsbetrieb wieder in Ordnung. Ein ortskundiger Betrieb erkennt an der Anschrift, welche Lage vorliegt, und stimmt sein Vorgehen darauf ab.