Vor Ort im Detail
Hattingen: Fachwerkstadt auf der Ruhrterrasse zwischen Hüttenerbe in Welper und altbergbaudurchzogenem Süden
Hattingen wurde 990 erstmals als Reichshof Hatneggen erwähnt, und der Befestigungsvertrag mit dem Grafen Dietrich von der Mark von 1396 gilt als Stadtwerdung; 1554 wurde die Stadt als hansisch anerkannt. Aus dieser langen Geschichte stammt einer der am besten erhaltenen Fachwerkkerne des Ruhrgebiets, gewachsen rund um den Alten Markt, die Kirche St. Georg und das schiefe Bügeleisenhaus. Für die Leckortung ist das Fundament dieses Kerns entscheidend: Er sitzt auf dem grundwassernahen Terrassenkies der Ruhr, sodass austretendes Leitungswasser in einem ohnehin feuchten Boden versickert. Ein Fachbetrieb grenzt den Verdacht darum zuerst mit Feuchtemessung und Akustik ein, ehe im Kern eine Wand geöffnet wird.
Über hundert Jahre war die 1854 gegründete Henrichshütte der wichtigste Arbeitgeber der Stadt, zeitweise mit bis zu 10.000 Beschäftigten, und formte mit Arbeitersiedlungen wie Hüttenau den Stadtteil Welper. 1987 erlosch der letzte Hochofen, und das Gelände wurde zum Gewerbe- und Landschaftspark mit einem Standort des LWL-Industriemuseums. Für die Ortung zählt der Nachhall im Boden: Auf den umgebauten Industrieflächen liegen aufgefüllte, mit Schlacke und Bauschutt durchsetzte Schichten, in denen Wasser unberechenbare Wege nimmt. In den dicht gebauten Siedlungen altern zudem lange Reihen gleich alter Hausanschlüsse gemeinsam. Beides verlangt eine messtechnische Ortung, ehe im Hüttenboden gegraben wird.
Als Ruhrgebietsstadt lebte Hattingen lange vom Kohleabbau; mehrere Zechen lagen im Stadtgebiet, und schon 1787 nahm mit dem Rauendahler Schiebeweg die weltweit erste Kohlentransportbahn den Betrieb auf. Am Südrand der Ruhrkohlezone streichen die Flöze oberflächennah aus, weshalb unter Bredenscheid, Rauendahl und den südlichen Höhen alte Stollen liegen. Setzt sich der Boden über solch einem Baufeld, gerät eine Leitung unter Zug, und Muffen öffnen sich. Eine feuchte Wand im Süden kann darum aus dem Rohr, aus Schichtenwasser oder aus dem Nachwirken alten Bergbaus stammen, was erst die Messung auseinanderhält.
Ganz im Süden geht das Stadtgebiet in die Elfringhauser Schweiz über, ein welliges, bachreiches Mittelgebirge mit Felderbach und Pleßbach, das als Naherholungsgebiet gilt. Hier stehen Höfe und Häuser verstreut im Gelände, und zu ihnen führen lange, einzeln verlegte Grundleitungen über den Hang, an denen eine Fehlstelle weit vom Haus liegen kann. So bündelt Hattingen vier Lagen auf engem Raum: die grundwassernahe Ruhrterrasse mit dem Fachwerkkern, das aufgefüllte Hüttenland in Welper, den altbergbaudurchzogenen Süden und die Streusiedlung der Elfringhauser Schweiz. In jeder greift dieselbe Reihenfolge mit verlagertem Gewicht: erst die Fehlstelle orten und die Ursache benennen, dann punktgenau ausbessern, danach trocknen und den Fundort für die Versicherung sichern. Das Rohr richtet anschließend ein Sanitär- und Heizungsbetrieb. Ein ortskundiger Betrieb erkennt an der Anschrift, welche Lage ihn erwartet.