Unterbau und Entwässerung
Der tragende Aufbau und der Weg des Wassers am Hang
Wie lange eine Fläche in Kürten hält, entscheidet selten der Stein obenauf, sondern das Paket darunter. Korrekt ausgeführt heißt das: Der Oberboden wird bis unter die vor Ort gültige Frosttiefe ausgekoffert, darauf entsteht in mehreren verdichteten Lagen eine Schottertragschicht, die das Gewicht streut und Sickerwasser nach unten abgibt. In ein schmales Bett aus Splitt kommen dann die Steine, und den Abschluss bildet eine Kante, die in Beton verankert ist. Diese Randeinfassung stützt den Verbund von der Seite, was an einer geneigten Rampe besonders zählt, weil der Belag sonst nach und nach bergab rutscht. Wer bei der Koffertiefe knausert, bekommt die Quittung im Bergischen schneller als im Flachland, denn der Untergrund friert hier länger und tiefer durch.
Neben der Tragfähigkeit steht die Neigung, üblich sind grob zwei Zentimeter auf den laufenden Meter. Am Hang ist eine Fläche von Haus aus geneigt, trotzdem muss das Quergefälle bewusst eingeplant werden, damit das Wasser nicht ungebremst der Falllinie nachläuft. Ohne saubere Höhenarbeit bilden sich Mulden, in denen sich das Oberflächenwasser fängt, im Winter zu einer glatten Bahn gefriert und sich in die Fugen frisst. Angelegt wird die Fläche daher so, dass der Regen vom Gebäude fortgeleitet wird, hin zu Rinne, Mulde oder einer aufnehmenden Fläche. Bei einer ausgedehnten Hofzufahrt ergänzt häufig eine quer eingebaute Rinne den Aufbau, die das Wasser abfängt, ehe es Tempo holt und ganz unten gegen das Haus läuft.
Reicht in den abgelegenen Hofschaften kein öffentlicher Kanal heran, verbleibt der Niederschlag auf dem Grundstück und muss dort im Boden versickern. Dafür eignen sich eine Decke mit breiten, wasserdurchlässigen Fugen, Sicker- oder Rasengittersteine sowie porenoffenes Material; ist der Untergrund bindig und nimmt kaum Wasser auf, springt ein Puffer wie eine Mulde oder Rigole ein, der die Spitze eines Starkregens über die Zeit streckt. Dazu ein handfester Aspekt: In Nordrhein-Westfalen werden Schmutz- und Niederschlagswasser getrennt abgerechnet, und der zweite Posten richtet sich nach der versiegelten Fläche. Wer Regen vor Ort einsickern lässt, drückt diesen Anteil. Was im Einzelfall gefordert ist, stimmt der Betrieb mit der zuständigen Stelle der Gemeinde ab.