Vor Ort im Detail
Wuppertal: Talkerne Elberfeld und Barmen, Höhenorte Vohwinkel und Cronenberg
Wuppertal ist über das lange Tal der Wupper gewachsen und zu beiden Seiten die Hänge hinaufgeklettert. Diese Form erklärt, warum die Malerarbeit in der Stadt so unterschiedlich aussieht. In den Talkernen Elberfeld und Barmen steht ein dichter Bestand an Gründerzeithäusern, teils mit fünf und mehr Geschossen, mit hohen Räumen, Stuckdecken und Wänden, auf denen sich über die Jahrzehnte Anstrich auf Anstrich gelegt hat. Dort finden Fachbetriebe häufig kreidende Altfarben, mehrfach ausgebesserten Putz und feine Risse, die eine sorgfältige Vorbereitung verlangen, bevor gestrichen wird. Die hohen Räume und der oft empfindliche Stuck machen das Abkleben und das Arbeiten an Übergängen aufwendiger als im Neubau.
Über dem Talband liegen die Höhenorte, darunter Cronenberg im Süden und Ronsdorf im Südosten. Hier prägen freistehende Häuser das Bild, deren Fassaden dem Wetter unmittelbar ausgesetzt sind. Im niederschlagsreichen Bergischen Land setzt der Schlagregen den wetterzugewandten Wänden zu, weshalb Fassadenanstrich, das Ausbessern von Putz und der Umgang mit Algen an schattigen Nordseiten wiederkehrende Themen sind. Solche Arbeiten werden häufig witterungsabhängig geplant und vom Gerüst aus ausgeführt.
Im Westen liegt Vohwinkel am Endpunkt der Schwebebahn, im Osten Langerfeld-Beyenburg mit weitläufigeren, teils ländlichen Grundstücken. Dieser gemischte Bestand aus Gründerzeit, Nachkriegszeit und späteren Baujahren bedeutet für den Maler ein breites Spektrum: vom klassischen Innenanstrich über das Tapezieren bis zum Lackieren alter Türen und Heizkörper. Über allem zieht seit 1901 die Schwebebahn durch das Tal und ist das weithin bekannte Wahrzeichen der Stadt. Für die Wände im Wohnhaus zählt am Ende überall dasselbe: ein tragfähiger Untergrund, eine saubere Vorbereitung und ein Betrieb, der den Preis erst nach dem Blick auf die Fläche nennt.