Vor Ort
Fliesen auf der Wasserscheide zwischen Lippe und Emscher
Recklinghausen ist mit rund 114.900 Einwohnern die Kreisstadt des bevölkerungsreichsten Kreises Deutschlands und das Zentrum des nördlichen Ruhrgebiets. Der Stadtkern liegt mit etwa 85 Metern höher als die meisten Nachbarstädte des Clusters, auf dem Vestischen Höhenrücken. Dieser Rücken ist eine Wasserscheide: nach Norden entwässert das Gebiet zur Lippe, nach Süden zur Emscher.
Für die Fliese entscheidend ist das ungewöhnlich breite Altersspektrum des Bestands. Recklinghausen war seit etwa 1180 Hauptort des kurkölnischen Vests und erhielt 1236 die Stadtrechte; damit gibt es einen echten mittelalterlichen Kern mit sehr altem Baubestand. Erst ab 1869 kam mit dem Steinkohlenbergbau das große Wachstum, das Zechensiedlungen um 1900 bis 1930 hinterließ.
Dieses Nebeneinander zeigt sich unter dem Belag. In der Altstadt trifft man auf historische Grundleitungen und mitunter auf Holzbalkendecken, im Gründerzeitgürtel rund um den Hauptbahnhof auf hohe Altbauwohnungen mit dicken Zwischendecken, im Süden auf schwimmende Estriche der Zechenzeit über gesunkenem Grund und in Suderwich sowie den Neubaugebieten auf jüngere, gleichmäßigere Aufbauten. Jede dieser Lagen verlangt einen anderen ersten Handgriff, und die Wasserscheide zwischen Lippe und Emscher sorgt dafür, dass die trockeneren Höhenlagen und die feuchteren Talränder unterschiedlich mit erdberührter Feuchte umgehen.
Recklinghausen ist die Kreisstadt im nördlichen Ruhrgebiet und liegt auf dem Vestischen Höhenrücken. Nachbarstädte sind Herten im Westen, Herne und Castrop-Rauxel im Süden sowie Marl im Norden. Der vermittelte Fliesenleger arbeitet im Stadtgebiet und in den angrenzenden Orten. Quelle.