Dachbestand und Untergrund
Große Scheunendächer der Höfe, Windsog in Witzhelden und Wasser im Tal
Die Höfe und Weiler sind das erste große Thema. Über Wohnhaus, Scheune und Stall liegen weite Ziegeldächer, oft flach geneigt und mit langen Firsten, Graten und Kehlen. Solche großen Flächen altern ungleichmäßig, und gerade an den Kehlen, an den Anschlüssen zu Anbauten und an den bewitterten Rändern entscheidet sich, ob das Dach dicht bleibt. Bei einer Neueindeckung geht es um ein sauberes Unterdach, eine passende Ziegeldeckung und eine Dämmung nach dem Gebäudeenergiegesetz. Ein Fachbetrieb arbeitet nach den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks des ZVDH und stimmt jeden Schritt auf die große Fläche ab.
Das zweite Thema ist der Wind auf der Höhe. In Witzhelden und an den Höhenlagen bis rund 250 Meter greift der Sturm die Dachflächen frei an, und die Wetterseiten zeigen nach Westen zur Hauptwindrichtung. Nach DIN EN 1991-1-4 müssen Ziegel und besonders die Rand- und Eckbereiche so befestigt werden, dass ein Sturm sie nicht anheben kann. An bewitterten Wänden der Höhenlagen hat sich zudem die Wandverschieferung bewährt, die den Schlagregen von der Wand fernhält, sofern die Steine ganz sind und die Haken sitzen. Nach einem Sturm lohnt die Kontrolle der Deckung, damit lose Ziegel nicht zur Gefahr werden.
Der dritte Bereich ist das Wasser im Tal. Im Norden bildet die Wupper die Grenze des Stadtgebiets, und das Gelände fällt vom hohen Osten nach Westen zum Fluss hin ab. Bei Starkregen läuft das Wasser der Höhen rasch ins Tal, wo es sich sammelt; das Hochwasser des Jahres 2021 hat gezeigt, wie schnell die Pegel steigen. Für das Dach heißt das vor allem, dass Rinnen und Fallrohre den Mengen gewachsen sein müssen und das Wasser sicher vom Bau weggeführt wird. Ein Fachbetrieb prüft Rinne, Fallrohr und Anschlüsse und sorgt dafür, dass das Wasser abläuft, statt am Bau entlangzulaufen.