Heizflächen
Vorlauftemperatur drücken: der Hebel für Altstadt und Dorfbestand in Schwerte
Ob eine Wärmepumpe in Schwerte sparsam arbeitet, steht und fällt mit der Vorlauftemperatur, und die geben die Heizflächen vor. Der Baubestand ist durch die Stadtgeschichte uneinheitlich: In der Fachwerkaltstadt um Markt und St. Viktor sitzen vielfach kleine Heizkörper, die früher mit sehr warmem Wasser betrieben wurden. In den Wohnsiedlungen der Nachkriegszeit und in den 1975 eingemeindeten Dörfern Ergste, Villigst oder Westhofen stehen wieder andere Bautypen, und in jüngeren Häusern ist eine Fußbodenheizung meist bereits vorhanden. Entsprechend unterschiedlich fällt der Weg zur niedrigen Vorlauftemperatur aus: Mal genügt der Tausch einzelner Heizkörper, mal ist ein größerer Eingriff nötig, und in einem gut gemachten Neubau ist kaum etwas zu ändern. Der Betrieb macht sich daher zuerst ein Bild vom Ist-Zustand, statt eine Pauschallösung über jedes Haus zu stülpen.
Deshalb geht der Betrieb vor dem Einbau Zimmer für Zimmer durch und hält fest, mit welcher Vorlauftemperatur jeder Raum im kalten Monat auskommt. Wo ein Heizkörper zu klein ausfällt, ersetzt er ihn durch eine größere Fläche, die schon mit lauwarmem Wasser genug Wärme abgibt; bei einer ohnehin anstehenden Sanierung kann eine Fußbodenheizung sinnvoll sein. Der wasserseitige Abgleich teilt den Durchfluss anschließend so auf, dass jeder Strang nur so viel bekommt, wie er braucht. Begleitend misst der Betrieb, ob die vorhandenen Rohrquerschnitte den gewünschten Durchfluss noch hergeben, denn gerade in älteren Häusern der Altstadt sind die Leitungen mitunter eng. Wo nötig, passt er einzelne Abschnitte an, damit die Wärmepumpe später nicht gegen einen Engpass anpumpen muss und leise bleibt.
Erst diese Vorarbeit zieht die Heizkurve dauerhaft nach unten und hält den Stromverbrauch in Grenzen, gerade in den dickwandigen Altbauten der Innenstadt, die viel Wärme speichern, aber träge reagieren. In den eingemeindeten Dörfern mit ihren getrennt gewachsenen Ortsnetzen lohnt sich zudem ein Blick auf die Leitungswege im Haus, denn kurze, gut gedämmte Verteilungen verlieren weniger und helfen der Anlage, mit niedriger Temperatur hinzukommen. Jedes Grad weniger Vorlauf verbessert die Jahresarbeitszahl spürbar. Weil Schwerte im langjährigen Mittel rund 871 Millimeter Niederschlag abbekommt, spielt neben der Kälte auch die Feuchte eine Rolle: Ein gut eingestelltes Gerät taut die vereiste Lamelle nur so oft ab, wie nötig, und vergeudet dafür keine Energie. Der Betrieb kontrolliert nach der Inbetriebnahme, ob Heizkurve, Abtauintervall und Pumpenleistung zueinander passen, und justiert im ersten Winter nach, wenn sich das tatsächliche Verhalten des Hauses zeigt.