Anlage aufs Dach
Module, Speicher und Wallbox im waldreichen Umfeld
Auf dem geneigten Ziegel- oder Betondachstein werden die Halter tief in den Sparren verschraubt, danach kommen Schiene und Modul. Scheunen und Nebengebäude in den Hofschaften tragen häufig ein flacheres oder ein großes Pultdach; dort prüft der Betrieb Traglast und Unterkonstruktion gesondert, bevor etwas aufgelegt wird, weil ein altes Wirtschaftsgebäude nicht ohne Weiteres für das Zusatzgewicht einer Belegung ausgelegt ist. Die Befestigung muss dem Wind der offenen Höhenlagen und der Schneelast standhalten, die im Bergischen auch in Odenthal höher ausfällt als unten im Rheintal. Ein nach Osten und Westen geteiltes Dach kann sich übrigens lohnen, weil es Strom über den Morgen und den Abend verteilt, statt nur zur Mittagsspitze. Welche Variante passt, hängt an Ihrem Tagesablauf und daran, wie die Nachbarbäume stehen; der Betrieb legt beides nebeneinander und wählt die Lösung, die unter den örtlichen Bedingungen am meisten nutzbaren Strom bringt.
Weil hier so oft einzelne Bäume oder Giebel Teile der Fläche abdunkeln, ist die elektrische Verschaltung der Knackpunkt. Mit Leistungsoptimierern an jedem Modul oder mehreren getrennten Strangeingängen liefert der verschattungsfreie Teil des Dachs weiter Strom, während ein beschatteter Bereich einbricht, statt die ganze Reihe mitzuziehen. In einer Umgebung mit viel Baumbestand ist das kein technisches Beiwerk, sondern entscheidet darüber, ob die Anlage im Sommer wirklich das liefert, was sie auf dem Papier verspricht. Der Wechselrichter macht aus dem Gleichstrom der Module den Wechselstrom für das Haus; seinen Platz findet er im Technikraum, im Keller oder im Hauswirtschaftsraum, kühl und gut belüftet. Zur sauberen Anlage gehören außerdem der Überspannungs- und, je nach Gebäude, der Blitzschutz sowie eine Dokumentation, die Späteren zeigt, wo welche Leitung liegt. In einer Gegend mit freistehenden Höfen und Gewittern aus den Höhenlagen ist dieser Punkt kein Beiwerk.
Ein Stromspeicher verschiebt den Mittagsstrom in den Abend, und gerade bei Odenthaler Haushalten mit Wärmepumpe oder Elektroauto lohnt es sich, Speicher und Wallbox von Anfang an mitzudenken. Die Größen ergeben sich nicht aus einem Katalog, sondern aus Ihrem gemessenen Jahresverbrauch und aus der Fläche, die der Wald übrig lässt. Wer tagsüber kaum zu Hause ist, hat ohne Speicher wenig vom eigenen Strom; wer Auto und Heizung einbindet, hebt den Eigenverbrauch deutlich. Ein Balkonkraftwerk bleibt die kleine Lösung für Mieter oder für den ersten Schritt; die feste Anlage holt aus einem freien Hofdach deutlich mehr heraus und ist über ihre Laufzeit die tragende Lösung. Wichtig ist, den Eigenverbrauch realistisch anzusetzen: Je mehr des selbst erzeugten Stroms im Haus bleibt, desto eher trägt sich die Anlage, während die Einspeisung ins Netz nur einen kleineren Beitrag leistet. Ein Betrieb, der in Odenthal rechnet, legt diese Anteile offen, statt mit einer einzigen großen Zahl zu werben.