Vor Ort
Photovoltaik in Kürten: Solar auf den Höfen und Hängen des Bergischen Landes
Kürten liegt etwa 24 Kilometer nordöstlich von Köln im Rheinisch-Bergischen Kreis, mitten im Naturpark Bergisches Land. Die Gemeinde trägt den Beinamen Stockhausen-Gemeinde und ist eine ausgesprochen ländliche Flächengemeinde: ein weites Gebiet von rund 67 km², verteilt auf vier Kirchdörfer und eine Vielzahl von Weilern und Hofschaften. Der Kernort sitzt auf etwa 185 Metern, die höchste Stelle erreicht am Hämmerich 292 Meter. Durch das Gebiet zieht die Kürtener Sülz und gibt den Tälern ihre geschwungene Form. Statt dichter Häuserzeilen bestimmen einzeln stehende Höfe, langgestreckte Scheunen und kleine Ortskerne das Bild. Für eine Solaranlage rückt damit ein Thema nach vorn, das im flachen Umland kaum zählt: die Hanglage und ihre Folgen für Ausrichtung und Schatten.
Weil das Gelände in Kürten beständig steigt und fällt, zeigt kaum ein Dach genau nach Süden. Mal neigt sich ein Satteldach zum Hang hin, mal weg von ihm, und schon ein paar Grad in die ungünstige Richtung verschieben den Tagesgang des Ertrags spürbar. Dazu kommt der Baumbestand: In einer Landschaft aus Wald, Streuobst und alten Hecken wirft im Morgen- oder Abendlicht häufig eine Baumreihe oder ein gegenüberliegender Hang Schatten über das Dach, lange bevor die Sonne überhaupt am Giebel vorbei ist. In den engen Tälern der Sülz steht die Sonne im Winter ohnehin nur kurz über dem Hügelkamm. Ein Betrieb, der hier zu Hause ist, plant deshalb nicht am Satellitenbild, sondern nach dem, was er vor Ort sieht: wie der Hang das Dach dreht, woher im Winter der Schatten zieht und wie lange die Fläche am Tag wirklich in der Sonne steht. Das klingt aufwendiger, als es ist, doch genau diese Mühe trennt eine Anlage, die übers Jahr verlässlich arbeitet, von einer, die nur an den langen Sommertagen glänzt.
Ob Ihr Haus mitten im Kernort steht, in einem der Kirchdörfer wie Bechen, Dürscheid oder Biesfeld oder ganz abseits in einer Hofschaft wie Miebach, Offermannsheide oder Olpe, verändert die Ausgangslage deutlich. Im Ortskern stehen Gebäude dichter beieinander und mancher Nachbargiebel nimmt der tief stehenden Sonne etwas weg. Draußen auf den Höfen gibt es dafür große, freie Dachflächen über Wohnhaus, Stall und Scheune, dazu aber weite Wege bis zum nächsten Hausanschluss. Der vermittelte Betrieb sieht sich das konkrete Grundstück an, bevor über Modulzahl, Neigung und Himmelsrichtung gesprochen wird. Gerade in einem so zergliederten Gelände wie Kürten zahlt sich diese Ortskenntnis aus, denn wie eine Hecke am Wegrand im Winter wandert oder wie ein Hang die Mittagssonne abschattet, erkennt man erst beim Gang über das Grundstück, nicht aus der Distanz am Bildschirm.