Anlage aufs Dach
Module, Speicher und Wallbox fürs Neusser Dach
Auf den geneigten Ziegeldächern der Wohnstraßen werden die Halter fest mit dem Sparren verschraubt, erst darauf kommen Schiene und Modul. Die vielen Flachdächer in Neuss, etwa an Büro- und Gewerbebauten im Hammfeld oder am Hafen, bekommen beschwerte Gestelle, die ohne Durchdringung der Abdichtung auskommen. In der offenen, ebenen Niederterrasse ist die Windlast überschaubar, dennoch muss die Verankerung sauber gerechnet sein, damit sie Sturmböen standhält. Welche Module gewählt werden, hängt von der verfügbaren Fläche ab: Auf einem knappen Reihenhausdach zählt jede Zelle, auf einer großen Scheune in Rosellen ist eher die Frage, wie viel Leistung sinnvoll zum Verbrauch passt. Der Betrieb plant die Belegung so, dass die Fläche genutzt wird, ohne dass Module sich gegenseitig verschatten. Auf Ziegel liegt die Schiene parallel zur Deckung, die Module kommen bündig darauf; wichtig ist, dass die Durchdringung am Sparren dauerhaft dicht bleibt. Auf dem Flachdach bestimmt der Winkel der Aufständerung, wie viel Ertrag bei wie viel Reihenabstand herauskommt. Beides rechnet der Betrieb vorher durch, statt die Module einfach aufzulegen.
Der Wechselrichter macht aus dem Gleichstrom der Module den Wechselstrom fürs Haus. Wo im dichten Kern oder im Dreikönigenviertel ein Nachbargiebel oder ein Baum zeitweise Schatten wirft, hält eine Optimierung je Modul den Rest der Fläche voll am Arbeiten. Ein Stromspeicher legt den Mittagsstrom für den Abend zurück, eine Wallbox lädt das Auto mit dem eigenen Überschuss. Ob sich der Speicher rechnet, prüft der Betrieb an Ihrem Verbrauch, nicht pauschal. Eine Wallbox lädt in der Regel mit elf Kilowatt und zieht den Strom bevorzugt dann, wenn die Anlage ihn gerade liefert; so wandert möglichst viel eigener Sonnenstrom ins Auto statt ins Netz. Die Steuerung sorgt dafür, dass Hausverbrauch, Speicher und Ladepunkt sich nicht in die Quere kommen.
Die Größe der Anlage richtet sich nicht nach der freien Dachfläche allein, sondern nach dem, was Sie im Haus verbrauchen. Der eigene Verbrauch des erzeugten Stroms ist der Hebel, der eine Anlage tragfähig macht. Bei Mehrfamilienhäusern in der Furth oder der Innenstadt kommt die Frage hinzu, wie der Strom auf die Parteien verteilt wird; auch das klärt der Betrieb vorab und spricht offen über den Aufwand. Wichtig ist, dass die Zahlen stimmen: Eine zu groß geplante Anlage speist viel zu schlecht vergüteten Strom ins Netz, eine zu kleine lässt Dachfläche und Ertrag liegen. Deshalb beginnt eine seriöse Auslegung immer mit dem Blick auf die letzten Stromabrechnungen und auf das, was künftig dazukommt, etwa ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe. Wer das schon bei der ersten Planung berücksichtigt, muss später nicht nachrüsten und spart sich doppelte Wege auf dem Dach und am Zählerschrank.