Unterbau und Entwässerung
Gefälle herstellen, Grundwasser beachten, frostsicher gründen
Der tragende Aufbau liegt unsichtbar unter dem Stein und entscheidet, wie lange die Fläche eben bleibt. Ausgehoben wird bis unter die Frostgrenze, darauf kommt eine lagenweise verdichtete Tragschicht aus Schotter, die das Gewicht verteilt und Wasser nach unten weiterleitet, darüber ein glatt abgezogenes Bett aus Splitt und seitlich eine in Beton gefasste Kante. Auf dem sandig-kiesigen Boden der Niederterrasse ist der Untergrund oft gut tragfähig, doch das entbindet nicht von der verdichteten Tragschicht; ungebundene Pflasterdecken folgen hier der DIN 18318. Auch im milden Neusser Klima reicht ein einziger Frost-Tau-Wechsel, um eine zu flach gegründete Decke anzuheben. Wo schwere Fahrzeuge rollen, etwa bei gewerblich genutzten Zufahrten im Umfeld des Neusser Hafens mit seinem Massengut- und Containerumschlag, muss die Tragschicht dicker und kräftiger verdichtet ausfallen als bei einem reinen Fußweg, weil sonst Spurrillen entstehen.
Weil die Stadt so flach liegt, ist die geplante Neigung das A und O. Als Richtwert dienen etwa zwei Zentimeter Höhenunterschied auf einen Meter Länge, damit Regen zügig zur gewünschten Seite abläuft. Anders als an einem Hang, wo das Gelände die Richtung vorgibt, muss der Betrieb in Neuss diese Neigung erst aus dem ebenen Grund herausarbeiten und mit dem Nivelliergerät einmessen. Das Ziel ist klar: Wasser vom Haus weg und hin zu einer Rinne, einer Mulde oder einem Ablauf zu leiten. Wo das unterbleibt, staut es sich auf der ganzen Fläche, weil kein natürliches Gefälle nachhilft, und in kalten Nächten wird aus der Pfütze eine Eisfläche. Weil die 1929 und 1975 eingemeindeten Orte wie Grimlinghausen, Uedesheim, Holzheim, Norf und Rosellen getrennt gewachsen sind, unterscheiden sich Zuschnitt und Gefälle der Grundstücke dort oft deutlich vom engen Innenstadtkern, was jede Fläche zu einem Einzelfall macht.
Beim Umgang mit dem Regen spielt die Grundwassernähe die Hauptrolle. In den höher gelegenen westlichen Lagen um Holzheim lässt der durchlässige Terrassenboden eine Versickerung über Sickersteine, breite Fugen oder einen porenoffenen Belag oft gut zu. In den tiefen, rheinnahen Bereichen dagegen steht das Grundwasser hoch, und eine Sickeranlage nimmt dann weniger auf, als man erwartet. Dort führt eher eine flache Mulde oder eine gedrosselte Ableitung zum Ziel, abgestimmt mit dem Betreiber. Hinzu kommt, dass Nordrhein-Westfalen die Gebühr für Schmutz- und Niederschlagswasser getrennt berechnet: Eine Fläche, die Wasser aufnimmt, statt es in den Kanal zu schicken, kann den flächenbezogenen Anteil senken. Den Rahmen klärt der Betrieb mit der Stadt.