Mauerwerk und Durchbruch
Stützmauern, neue Wände und Wanddurchbruch in Schwerte
Wer an den Ardeyhängen zwischen Ergste, Villigst und der Kernstadt baut, hat es oft mit einer Stützmauer zu tun. Ihre Aufgabe besteht darin, die Schubkraft eines höher liegenden Erdreichs auf Dauer zu bremsen, und daran bemisst sich jede einzelne Schicht. Im historischen Kern begegnet dem Betrieb dabei ein Mauerwerk aus Ziegel und örtlichem Bruchstein, das über viele Jahrzehnte gewachsen ist und beim Anschluss neuer Bauteile ein Gespür für den vorhandenen Stein verlangt. Fundament, Querschnitt und die Frage, wohin das Sickerwasser rückseitig geleitet wird, hängen dabei zusammen; findet das Wasser keinen Weg, steigt der Druck und die Wand beginnt zu wandern oder zu reißen. Dieselbe Sorgfalt fordert der Alltag bei einer Gartenmauer, die eine Terrasse am Hang fasst, beim Rohbau eines Anbaus oder bei einer zusätzlichen Innenwand. Der Betrieb greift zu dem Stein, der zum Zweck passt, achtet auf senkrechte Kanten und eine durchgehende Linie und schließt die Fugen dicht.
Vor jedem Durchgang durch eine bestehende Wand steht eine einzige, entscheidende Prüfung: führt dieses Bauteil Last? Ruhen Geschossdecke, Dachwerk und die Räume darüber auf ihm, dann verschwindet beim ersatzlosen Ausbauen genau dieser Lastweg, und das Haus verliert an Standsicherheit. Im über Jahrhunderte gewachsenen Schwerter Kern, wo Fachwerk, Bruchstein und spätere Umbauten aufeinandertreffen, verrät die Oberfläche einer Wand das selten. Deshalb ermittelt ein Tragwerksplaner die anfallenden Kräfte und bestimmt den passenden Sturz oder Unterzug, der die künftige Öffnung trägt. Gemauert oder herausgetrennt wird erst, wenn diese Abfangung steht.
Ein verantwortungsvoller Schwerter Handwerker macht diesen Weg transparent und rührt ohne statischen Nachweis keine tragende Wand an. Dient der Umbau hingegen nur dazu, einen großen Raum in zwei kleinere zu gliedern, ohne dass irgendeine Last darauf kommt, reicht in vielen Fällen eine leichte Wand in Trockenbauweise, die rascher steht und weniger kostet. Mauerwerk aus Stein, Ständerwerk zum Teilen, Stützmauer am Gefälle: welche Bauart die richtige ist, ergibt sich aus dem Vorhaben und nicht aus dem Wunsch, möglichst viel zu verbauen. In einer dicht bebauten Altstadtlage zählt zudem, wie sich die Baustelle organisieren lässt, denn Materialanlieferung und Platz für Gerät sind in engen Gassen knapper als am freien Hanggrundstück.