Vor Ort
Zäune im engen Volmetal des Märkischen Kreises
Schalksmühle ist eine Gemeinde des Märkischen Kreises mit rund 10.400 Einwohnern und der Postleitzahl 58579. Wer das Ortsbild verstehen will, muss zuerst auf die Volme schauen. Der Fluss hat sich tief in das Sauerländer Bergland gegraben, und die Talsohle im Kern bleibt an vielen Stellen kaum 250 Meter breit. Rechts und links schießen die Flanken steil empor, sodass Wohnhäuser, Gärten und Werkstätten dicht gestaffelt am Hang kleben. Für den Zaunbau hat das handfeste Folgen: Eine gerade, waagerechte Grundstücksseite ist hier die Seltenheit. Meist muss die Einfriedung dem Gefälle folgen oder in sauberen Absätzen den Berg hinunter gestuft werden, und wo das Erdreich abzurutschen droht, braucht es mehr als nur ein paar Pfosten. Der Untergrund besteht aus Grauwacke und Schiefer, also hartem, zerklüftetem Fels, der jedes Loch zur Geduldsprobe macht. Dieser Zuschnitt verlangt vom Zaunbauer ein waches Auge: Was auf dem flachen Papierplan als einfache gerade Strecke erscheint, wird am Steilstück schnell zu einer Reihe versetzter Felder mit eigener Berechnung für jeden Pfosten.
Neben der Talsohle verteilt sich die Besiedlung auf mehrere Ortslagen, die weit oben auf den Bergrücken liegen. Dahlerbrück begleitet die Volme talabwärts und ist über die alte Bahnstrecke mit dem Kern verbunden. Hülscheid und Heedfeld dagegen thronen auf den Höhen über dem Tal, umgeben von Wald, Weide und einzelnen Höfen, und auch Spormecke zählt zu den gestreuten Lagen abseits der Hauptsohle. In diesen Randbereichen grenzt mancher Garten unmittelbar an den Waldsaum, und das verändert die Aufgabe: Reh und Wildschwein ziehen aus dem Forst heran, knabbern junge Pflanzen ab und wühlen Rasen um, weshalb viele Anfragen in Hülscheid und Heedfeld auf einen belastbaren Wildschutz hinauslaufen. Das Klima der Höhen tut sein Übriges. Hier fällt reichlich Regen, der Nebel hängt lang in den Mulden, und im Winter friert der Boden tiefer durch als unten am Fluss. Material, das dauerhaft nass wird, gehört verzinkt und beschichtet, und jeder Pfosten braucht ein Fundament, das der Feuchte trotzt.
Ein Handwerker, der aus Schalksmühle selbst oder den umliegenden Orten des Volmetals stammt, hat diese Eigenheiten verinnerlicht: das nach beiden Seiten aufsteigende Tal, den felsigen Grund aus Grauwacke, die langen Grenzen der Höfe oben auf den Kuppen und die abschüssigen Zufahrten, an denen ein Tor besonders fest sitzen muss. Er läuft die Fläche ab, prüft Neigung und Boden mit eigenen Augen und sagt Ihnen unverblümt, welche Bauweise und welche Verankerung an Ihrer Stelle tatsächlich halten, lange bevor eine Summe auf dem Blatt erscheint. Wer das Tal und seine Nässe kennt, plant anders als jemand, der nur aus dem Katalog bestellt. Fachbetrieb24 stellt den Draht zu diesem Betrieb her; die eigentliche Arbeit am Zaun erledigt er. Hinzu kommt der Umgang mit den Gewerken ringsum: Oft grenzt der Zaun an eine Stützmauer, eine Hecke oder eine gepflasterte Zufahrt, und ein ortskundiger Betrieb stimmt seine Arbeit mit diesen Übergängen ab, statt sie dem Zufall zu überlassen.