Vor Ort
Rheinlage und Altbestand formen die Bäder der Landeshauptstadt
Ein Bad ist kein einzelnes Gewerk, sondern ein Zusammenspiel vieler Hände. Da arbeiten Abbruch, Rohbau, Sanitär, Elektrik, Fliesenlegerei und der Abdichter ineinander, und jeder wartet auf den vorigen. Reißt man in einem Düsseldorfer Haus die alte Nasszelle auf, zeigt sich oft, dass Leitungen, Estrich und die dichtende Lage gleich alt sind und zusammen ihr Ende erreicht haben. Deshalb lohnt der nüchterne Blick, ob eine Auffrischung an der Oberfläche reicht oder ob der Raum von Grund auf neu aufgebaut gehört. Diese Weggabelung entscheidet über Dauer, Aufwand und darüber, wie lange das Ergebnis trägt.
Der Weg folgt einer festen Abfolge, und wer sie umgeht, bezahlt das hinterher. Zuerst wird im Haus begangen und gemessen, denn erst dort zeigt sich, was der Raum verlangt. Danach kommt das Entkernen, die Prüfung des Untergrunds, die neue Verrohrung und Verkabelung, das Herrichten des Bodenaufbaus, das sorgfältige Ziehen der dichtenden Haut und ganz zuletzt der Belag. Zwischen den Etappen braucht vieles Zeit zum Aushärten und Trocknen, was sich nicht erzwingen lässt. Hält eine Hand die Fäden, verzahnen sich die Abschnitte reibungslos; bestellt man die Handwerke wild durcheinander, stehen sie einander im Weg und die Baustelle schleppt sich dahin.
In Düsseldorf verändert die Lage des Hauses die Arbeit spürbar. In den dichten Altbauquartieren nahe der Altstadt bedeuten enge Treppenhäuser und knappe Grundrisse, dass jeder Zentimeter zählt und der Materialweg bedacht sein will. Westlich des Rheins, wo das Gelände flach in der Aue liegt, haben Leitungen wenig Gefälle, und tiefe, stromnahe Lagen verlangen Aufmerksamkeit beim Rückstau. Nach Osten steigt der Boden zu den Lössterrassen an, sodass Hausanschlüsse dort mehr Gefälle bekommen. Ein Betrieb, der diese Unterschiede kennt, plant den Umbau passend und vermeidet böse Überraschungen beim Öffnen der Wand.