Vor Ort
Kalk-Norden, Höhen-Süden, viel Regen
Der nördliche Teil der Stadt liegt auf dem Schwelmer Kalk, einem Riffkalk aus dem oberen Mitteldevon am Rheinisch-Westfälischen Kalkzug. Zwei Talmulden durchziehen den Norden, getrennt durch den Linderhauser Hochrücken. Auffällig ist der Höhlenreichtum: Am stillgelegten Schwelmer Tunnel kamen acht Höhlen zutage, 2014 nahe Haus Martfeld die Schlosshöhle, an der Westgrenze liegt die Erlenhöhle als Naturdenkmal. Wegen dieser Karstphänomene führt der Norden kaum oberirdische Gewässer, die seltenen Quellen zeigen sich oft nur nach Regen. Hohlräume und Setzungen im Untergrund gehen selten spurlos an den alten Grundleitungen darüber vorbei.
Der Süden steigt zu den Schwelmer Höhen auf rund 350 Meter an; dazwischen schneiden sich tiefe Bachtäler mit Böschungen bis 25 Grad ein, hier entspringen zahlreiche Quellen und Bäche. Auf kleiner Fläche liegen so 171 Höhenmeter, das Gefälle in den Grundleitungen fällt entsprechend unterschiedlich aus. Dazu ein ozeanisches Klima mit rund 1200 Millimeter Regen im Jahr und einem Maximum im Hochsommer: Viel Wasser in kurzer Zeit belastet Kanäle und Bachtäler. Kehrt eine Verstopfung wieder, zeigt die Kamera die Ursache.
Schwelm ist mit rund 28.000 Einwohnern die Kreisstadt des Ennepe-Ruhr-Kreises und mit 20,5 Quadratkilometern die flächenkleinste politische Gemeinde Nordrhein-Westfalens. Die Höhe schwankt auf dem Stadtgebiet zwischen 181 und 352 Metern, ein Unterschied von rund 171 Metern auf sehr kleiner Fläche. Weil die Stadtgrenze im Westen und Süden zugleich die Grenze zwischen Rheinland und Westfalen ist, heißt Schwelm auch Pforte Westfalens. Quelle.