Vor Ort
Drei Netze, ein junger Fluss, sandiger Grund
Weil Erkrath keine amtlichen Stadtbezirke, aber drei nicht zusammenhängende Stadtteile hat, liegt im Boden kein einheitliches Netz. Alt-Erkrath ist der alte Siedlungskern an der Düssel, seit 1377 als Dorf belegt, mit Steinzeug aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Hochdahl war bis 1975 eine eigene Gemeinde mit eigenem Kanalnetz und wuchs im 19. Jahrhundert um die Eisenhütte. Unterfeldhaus im Süden wurde erst nach dem Krieg dicht bebaut und hat entsprechend jüngeres Material.
Erkrath liegt auf den Bergischen Heideterrassen, dem sandigen Terrassenband am Übergang von der Rheinebene ins Bergische; der Stadtteil Sandheide trägt den Boden im Namen. Sandiger Untergrund führt Wasser gut ab, gibt einer Leitung aber wenig Halt: Sackt an einer undichten Muffe Sand nach, verschieben sich starre Steinzeugstücke leicht. Dazu die Düssel am Oberlauf, die im Juli 2021 in Alt-Erkrath massive Schäden anrichtete. Bei wiederkehrenden Problemen zeigt die Kamera, ob eine Fehlstelle im Rohr die Ursache ist.
Erkrath liegt mit rund 44.000 Einwohnern direkt östlich von Düsseldorf im Kreis Mettmann, im Übergang vom Niederrheinischen Tiefland zum Niederbergischen Land. Vom Düsseldorfer Stadtrand auf 46 Metern steigt das Gelände nach Osten bis auf 162 Meter an den Willbecker Höhen. Im Neandertal zwischen Erkrath und Mettmann wurden 1856 die fossilen Überreste des Neandertalers gefunden, ein altes Kalksteinbruch-Tal der Düssel. Quelle.